Chinas Teamspieler zahlen für Einsätze

27. Jänner 2010, 15:59
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Laut Medien ist eine Partie in der Nationalmannschaft bis zu 20.000 Euro wert

Peking - Einige chinesische Fußballer sollen für ihre Teilnahme an Länderspielen oder selbst für einen Platz im Trainingslager der Nationalmannschaft bezahlt haben. Es sei "ein offenes Geheimnis", dass manche Spieler für solche Chancen tief in die Tasche greifen müssten, um Verantwortliche zu schmieren, schrieb die Zeitung "Renmin Ribao" (Volkszeitung) am Mittwoch. Wie auch andere Medien berichtete das Parteiorgan, dass für ein großes Spiel im Nationalteam schon einmal 200.000 Yuan (20.800 Euro) fällig sein können. Wer bestochen werden muss, wurde nicht berichtet.

Für eine Teilnahme allein an einem Trainingscamp des Nationalteams seien 100.000 Yuan (10.400 Euro) gezahlt worden, hieß es. Kaum billiger erscheint das Trainingslager der Jugendmannschaft, wo 80.000 Yuan (8.320 Euro) geblecht wurden, wie Zeitungen berichteten. Die Bestechung lohne sich, weil die Spieler aus ihrem Einsatz mit Werbeverträgen Kapital schlagen könnten oder im Lande leichter gut bezahlte Jobs bekommen könnten. Jetzt sei klar, warum so viele "schwarze Pferde", wie enttäuschende Spieler auch genannt werden, ins Rennen geschickt würden, meinten Kommentatoren.

Die Enthüllungen sind ein neuer Schlag für den chinesischen Fußball, der ohnehin von Korruptionsskandalen geplagt ist. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass der Vorsitzende der Fußballvereinigung und zwei andere führende Funktionäre im Rahmen der Ermittlungen in Spielabsprachen verhört worden sind. In den vergangenen zwei Monaten sind rund 20 Offizielle und Spieler festgenommen worden. Vorwürfe über Korruption sowie dubiose Entscheidungen von Schiedsrichtern haben die eigentlich fußballbegeisterten Chinesen schon seit Jahren aus den Stadien vertrieben.

International spielt die chinesische Fußballmannschaft keine große Rolle und rangiert derzeit nur auf Platz 97 in der Welt. Auch für die Weltmeisterschaft in Südafrika haben sich die Chinesen nicht qualifiziert. (APA/red)

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