Schröcksnadel, Skifahrt und Bayern-Syndrom

26. Jänner 2010, 18:08
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Der ÖSV-Präsident erzählte von der Versöhnung mit Fis-Präsident Kasper und zog einen Vergleich mit den beliebtenBayern aus München.

Schladming - Das 14. Night Race, der vergleichsweise junge Slalomklassiker auf der Planai, harrte noch seiner Aufführung , da wurde schon die alpine Ski-WM 2013 in Schladming besprochen. Ein neues Zielstadion wird gebaut werden, und über den Zieleinlauf wird sich ein riesiger Torbogen spannen.

"Es soll das beste Zielstadion werden, das die Welt je gesehen hat" , sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der auch den Chef des WM-Bauausschusses gibt. Es handelt sich um die erste alpine Ski-WM in Österreich seit St. Anton 2001 und um die zweite in Schladming nach 1982.

Schröcksnadel lieferte weitere Frohbotschaften aus seiner Sicht, so die Aussöhnung mit Fis-Präsident Gian Franco Kasper. Das Verhältnis zwischen dem österreichischen und dem Chef des internationalen Skiverbandes wurde zunächst durch den Dopingskandal bei den Olympischen Spielen 2006 getrübt. Und als im Vorjahr ein europäischer Verband gegründet wurde, den die Fis nicht anerkennt und dessen Präsidentschaft Schröcksnadel macht, wurde das Verhältnis nicht besser. "Ich habe das Gefühl, dass es erstmals beiden Seiten wirklich ernst ist" , betonte Schröcksnadel in Schladming. Fis-Generalsekretärin Sarah Lewis stand daneben und erhob keinen Einwand.

Schröcksnadel blieb es freilich nicht erspart, zu Gegenteiligem als Frohbotschaften Stellung zu nehmen, nämlich zur Sieglosigkeit der Abfahrer in den vorolympischen Weltcuprennen. Der Tiroler will nichts wissen von einer Krise, und eine Trainerdiskussion will er auch nicht führen in diesen Tagen. "Wenn wir langsam wären, dann ja. Wir haben nicht mehr die Dichte wie früher, aber wir haben das Potenzial zu Siegen. Sicher gewinnen wir nur dann nicht, wenn wir alles totkritisieren oder ins Kämmerlein weinen gehen." Und er sieht den Schweizer Didier Cuche, der in Kitzbühel Super-G und Abfahrt gewonnen hat, gar in einer unangenehmeren Situation bei Olympia. "Weil Angreifen leichter ist als zu verteidigen." Cuche sieht es übrigens quasi seitenverkehrt: "Ich bin lieber der Gejagte als der Jäger."

Schröcksnadel erinnert auch an die glorreiche, nicht sehr weit zurückliegende Vergangenheit. "Als wir alles gewonnen haben, waren wir die, die alles kaputtgesiegt haben. Jetzt haut man wieder auf uns hin, wir haben das Bayern-Syndrom", zog er einen Vergleich mit dem über die Grenzen Deutschlands hinaus beliebten Fußballklub. (APA, bez - DER STANDARD PRINTAUSGABE 27.1. 2010)

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    Präsidiale Strategie: "Sicher gewinnen wir nur dann nicht, wenn wir alles totkritisieren oder ins Kämmerlein weinen gehen."

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