Mit sechs Zylindern durch Krisenjahr

26. Jänner 2010, 14:38
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Den Österreichern ist es dank einer aus München verlagerten Motorenproduktion gelungen, den Rückgang bei der Erzeugung in Grenzen zu halten

Wien - Dank der nach Steyr verlagerten 6-Zylinderfertigung erwartet die Fabrik auch heuer eine neue Rekordproduktion mit mehr als 834.000 produzierten Aggregaten (Produktion 2008). Die geplante Produktionssteigerung soll mit Zeitarbeitskräften erreicht werden, sagte Gerhard Wölfel, der seit Juni des vergangenen Jahres BMW-Steyr-Chef ist.

Zu diesem Zweck sollten zu den noch 100 tätigen weitere 150 Leiharbeiter angestellt werden (die bisherige Höchstzahl an Leiharbeitern betrug etwa 400 Personen). Anders als den meisten anderen Betrieben in der Branche ist es den Steyrern freilich gelungen, die Stammmannschaft fast unverändert zu halten (-3,4 Prozent auf nun 2.500 Mitarbeiter). Es gab 2009 auch keine Kurzarbeit und dies sei "auch jetzt absolut kein Thema", wie Wölfel am Dienstag bei einer BMW-Pressekonferenz in Wien sagte.

Nach einem ziemlich schlechten ersten Jahr "hat sich das Bild im 2. Halbjahr total gedreht", dank der Flexibilität der internen Organisation und der Mitarbeiter habe es einen "reibungslosen Übergang in die Vollauslastung" mit teilweisem Dreischichtbetrieb gegeben.

Einen wesentlichen Beitrag zur Auslastung hat eine Verlagerung der gesamten Sechszylinder-Produktion von München nach Steyr geleistet. 2010 sollen 300.000 bis 350.000 dieser Motoren in Steyr vom Band rollen, hieß es. Seit der Umstellung von München im Herbst 2009 kommen sämtliche Sechszylinder - Benzin und Diesel - aus Oberösterreich. Der Jahresumsatz 2009 von Steyr sank um 11,2 Prozent auf 2,38 Mrd. Euro.

Zwei Prozent mehr

In Österreich sind im vergangenen Jahr um zwei Prozent mehr Autos der Konzernmarken (BMW, Mini, Rolls Royce) verkauft worden - alles zusammen 13.661 Stück. Besonders stark - nämlich um 35 Prozent - stieg der Verkauf der 1-er-Reihe. Der Umsatz der BMW Austria Vertriebsgesellschaft sank um 10,6 Prozent.

Österreich-Chef Gerhard Pils rechnet damit, dass die Finanzkrise auch heuer zu spüren sein wird. In Österreich wolle man besser als der Gesamtmarkt liegen, der heuer voraussichtlich um rund 20.000 verkaufte Neu-Pkw verlieren dürfte (295.000 bis 300.000 Neuzulassungen). Der Grund für den relativen Optimismus von BMW Österreich: Zahlreiche neue Modelle, durch die in den nächsten drei Jahren 60 Prozent des Produktportfolios ausgetauscht werden.

Neu wird heuer auch der im Herbst auf den Markt kommende, bei Magna Steyr produzierte "Mini Countryman" sein, für den Branchenbeobachter bisher mit einer Produktionszahl von etwa 60.000 Stück gerechnet haben. Dafür läuft in Graz heuer definitiv die Produktion des BMW-X3 aus, dessen neue Generation in einer BMW-Fabrik in den USA produziert wird. Die X3-Produktion ist im vergangenen Jahr auf ein geschätztes Drittel des bisherigen Höchstwerts (rund 120.000 Autos) gefallen. (APA)

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