Cabanas wurde offenbar Torflaute zum Verhängnis

28. Jänner 2010, 20:31
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Zustand des in einer Bar ange­schossenen Stürmers leicht verbessert

Mexiko-Stadt - Der Mordanschlag auf Fußball-Star Salvador Cabanas hat offenbar in der Torflaute des Stürmers seine Ursache. Nach Erkenntnissen der mexikanischen Behörden war dem Attentat vom Sonntagnacht in einer Bar in Mexiko-Stadt eine Diskussion über die zuletzt schlechte Trefferquote des Paraguayers vorangegangen. "Was ist denn mit den Toren los?", habe der Hauptverdächtige Cabanas auf der Toilette der Bar gefragt, verrieten Sprecher der zuständigen Untersuchungsbehörden nach Medienberichten vom Donnerstag.

Die neuen Erkenntnisse beruhen den Angaben zufolge auf Aussagen eines Mannes, der die Diskussion und den Angriff in der Toilette gesehen haben will. Auf die Reaktion von Cabanas ("Wer bist du denn?") habe der mutmaßliche Aggressor geantwortet: "Der Hurensohn, der dich kaputt machen wird." Daraufhin habe der Verdächtige eine Pistole gezückt und dem Profi von CF America in die Stirn geschossen.

Die Polizei untersucht nun auch, ob der Geschäftsführer und sechs Angestellte der Bar in den Fall verwickelt sind. Nach Versionen einiger Zeitungen soll Cabanas kurz vor dem Angriff eine "Meinungsverschiedenheit" mit einer kubanischen Tänzerin der Bar gehabt haben.

Tausende Fans in Mexiko und Paraguay beten für die Genesung des Stürmers. "Wir sind bei Dir", ist auf einem Plakat zu lesen, das Fans neben dem Haupteingangstor des Vereins America aufgehängt haben. Sie hoffen auf weitere Tore des besten Fußballers Lateinamerikas von 2007. Für die Eltern und die Ehefrau des beliebten Profis ist die Karriere von Cabanas jetzt allerdings nebensächlich. "Mich interessiert nicht, ob er jemals wieder Fußball spielt. Er soll am Leben bleiben", sagte Vater Dionisio kurz nach der Ankunft in Mexiko.

Cabanas war in der Nacht zum Montag in den Kopf geschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Aufnahmen der Sicherheitskameras des Tatorts zeigen, wie zwei Männer dem Paraguayer in die Herrentoilette folgen, wo sich der Angriff zugetragen haben soll. Cabanas hatte die Bar zusammen mit seiner Ehefrau Maria und Freunden besucht.

Der Gesundheitszustand des Spieles verbessert sich langsam. Chefarzt Enrique Martinez erklärte am Donnerstag, dass Cabanas begonnen habe, seine Gliedmaßen zu bewegen. "Diese Bewegungen sind sehr gut, denn sie haben etwas mit der Gehirnfunktion zu tun", sagte der Mediziner. Auch die Hirnschwellung sei zurückgegangen. Cabanas befinde sich aber weiterhin in einem kritischen Zustand, warnte der Arzt.

Cabanas war 2007 und 2008 erfolgreichster Torjäger in der Copa Libertadores. Der 45-fache Nationalspieler (10 Tore) gehörte 2006 bei der WM in Deutschland zum Kader Paraguays, kam aber nicht zum Einsatz. Für die WM in Südafrika galt er nach guten Leistungen in der WM-Qualifikation als einer der Hoffnungsträger. Die Südamerikaner spielen in der Gruppe F gegen Italien, Neuseeland und die Slowakei. (APA)

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