Mit 81 Aktiven nach Vancouver

25. Jänner 2010, 15:27
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ÖOC-Präsident Karl Stoss präsentierte für Kanada ein nur minimal kleineres Team als in Turin 2006

Wien - Der Vorstand des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) hat sich bei der Nominierung der Aktiven für die XXI. Olympischen Winterspiele (12.-28.2.) großzügig gezeigt. Am Montag wurden in Wien 81 Aktive für Vancouver nominiert. Dabei wurden auch Sportlerinnen und Sportler berücksichtigt, die nicht alle ÖOC-Normen erfüllt hatten. "In Bewerben, wo die internationalen Limits erbracht wurden, sollen auch österreichische Sportler dabei sein", erklärte ÖOC-Präsident Karl Stoss bei der Präsentation des Teams im Wiener Haus der Lotterien.

Österreich wird damit mit Ausnahme von Eishockey und Curling in allen Sportarten der Winterspiele vertreten sein. Im Eiskunstlauf (Viktor Pfeifer und die erst 15-jährige Miriam Ziegler), Eisschnelllauf (Anna Rokita) und Short Track (Veronika Windisch) waren Nominierungen unsicher gewesen. "Junge Sportler sollen die Spiele miterleben und mitfühlen. Das kann eine Vorstufe sein für künftige Erfolge", erklärte Stoss.

"Was über ein Dutzend hinausgeht, ist großartig"

Er habe hundertprozentiges Vertrauen in diese Mannschaft und das ÖOC werde die besten Rahmenbedingungen schaffen, dass die Aktiven entsprechende Erfolge feiern könnten, erklärte Stoss. Auf eine Zahl der erhofften ÖOC-Medaillen - zuletzt hatte es in Turin 2006 durch 82 Aktive die Rekordzahl von neun Gold- und je sieben Silber- und Bronzemedaillen gegeben - wollte sich Stoss nicht festlegen. "Das ist kein Zahlenlotto", erklärte der Casinos-Generaldirektor. "Aber eine Zahl über zehn ist durchaus erreichbar, was über ein Dutzend hinausgeht, ist großartig."

Bei der Eröffnungsfeier am 12. Februar wird ein Olympiasieger die rot-weiß-rote Fahne tragen: Andreas Linger hatte 2002 mit seinem Bruder Wolfgang Gold im Doppelsitzer-Rodelbewerb erobert.

Die Medaillengewinner von Vancouver werden - schon traditionell - mit Goldmünzen der Münze Österreich belohnt. Für Gold gibt es ein Köfferchen mit 17 Philharmonikern, für Silber und Bronze erhalten die Medaillengewinner beim Empfang des Teams am 2. März in Innsbruck 15 bzw. 13 Stück. Das Budget des ÖOC für Vancouver beträgt laut Sportdirektor Matthias Bogner ca. 2,8 Millionen Euro. Als Chef de Mission in Vancouver wird Hans Holdhaus fungieren.

Alle 81 ÖOC-Aktiven werden namentlich erst am Sonntag bekannt sein. Vom Vorstand wurden am Montag vorerst 84 Athletinnen und Athleten vorgeschlagen, im alpinen Skisport und im Snowboard werden die Teilnehmerzahlen nach den Wochenend-Bewerben noch von 23 auf 22 bzw. von 10 auf acht für den Snowboard-Parallel-RTL reduziert.

An der Seite von Stoss saß bei der Präsentation auch ÖSV-Präsident und ÖOC-"Vize" Peter Schröcksnadel auf dem Podium, dessen Team mit 62 Aktiven das Gros des Aufgebots stellt. "Damit soll auch die neue Ära dokumentiert sein", betonte Stoss. "Mit Herrn Schröcksnadel gibt es eine unglaublich enge Kooperation. Wir sind nur gemeinsam stark und werden das künftig auch in internationalen Gremien dokumentieren."

Schröcksnadel, der nach Zwistigkeiten mit der früheren ÖOC-Führung in Zusammenhang mit den Vorfällen von Turin aus dem Vorstand ausgeschieden war, freute sich über "eine neue Qualität der Zusammenarbeit mit dem ÖOC". Er gab sich betreffend seiner Sparte trotz der jüngst ausgebliebenen Alpin-Siege optimistisch. "Wir haben schon Jahre gehabt, da waren wir hinterher, aber dann umso besser bei Olympia. Es kommt auf die Qualität der Athleten an und da haben wir in fast allen Bewerben Chancen auf Medaillen."  (APA)

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