Österreicher offen fürs Zahlen mit Fingerprint

25. Jänner 2010, 22:36
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Einer neuen Studie zufolge werden Fingerabdruck, Iriserkennung und Co. leichter akzeptiert als bisher angenommen

Wien - Mit einem tiefen Blick ins Auge könnten sich Bankomat- und Kreditkartenkunden beim Bezahlen an der Kasse laut neuen Erkenntnissen anfreunden. Zwar dominiert der PIN-Code gefolgt von der Unterschrift zur Karteninhaber-Echtheitserkennung, doch die Österreicher stehen biometrischen Verfahren, wie Fingerabdruck, Iris- und Gesichtserkennung, aufgeschlossen gegenüber. Dies geht aus einer Akzeptanzstudie (Online) der Wirtschaftsuniversität Wien in Kooperation mit dem Finanz-Marketing Verband Österreich (FMVÖ) hervor, die am Montag bei einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Ob Geldabheben am Bankomaten oder Bezahlen an der Geschäftskasse, Kunden müssen bei Finanztransaktionen das Gefühl von Sicherheit haben. Die am häufigsten verwendete Form des PIN-Codes und der Unterschrift hat sich zwar als praktikable Lösung erwiesen, ist jedoch auch mit Gefahren und Tücken besetzt. Verlorene oder ausgespähte Zahlenkombinationen oder gefälschte Unterschriften ermöglichen Betrugsfälle. Im Hinblick auf eventuelle Alternativen hat sich die Studienautorin und Universitätsassistentin Monika Koller mit dem wenig erforschten Thematik der Kundenakzeptanz bestehender und biometrischer Verfahren beschäftigt.

Nutzungsverhalten

Die Online-Befragung zeigte, dass 57,8 Prozent der Konsumenten ihre Bankomat- oder Kreditkarte mehrmals wöchentlich nutzen, 14,5 Prozent sogar täglich und nur knapp über zwei Prozent weniger als einmal pro Monat. Größter Kritikpunkt für die Befragten war die Anfälligkeit und Defekte direkt an der Karte. Häufig entstanden Probleme gab es auch bei der elektronischen Bezahlung in Geschäften, gefolgt von Schwierigkeiten bei der Bargeldbehebung am Automaten. Sehr gut schnitt der PIN-Code allerdings beim subjektiven Sicherheitsverständnis und der einfachen Handhabung ab.

Die Einstellung zu Fingerabdruck, Iris- oder Gesichtserkennung als Alternative war in der Studie durchwegs positiv. "Die Grunderkenntnis zeigt, dass die Menschen den Alternativen nicht negativ gegenüberstehen", erklärte Koller. Nur wenige weigerten sich grundsätzlich, sich mit der neuen Thematik zu beschäftigen. Auch Bedenken bezüglich eines Eingriffs in die Privatsphäre konnten nicht nachgewiesen werden.

Um jedoch einem Wechsel vom beliebten PIN-Code auf andere Verfahren zuzustimmen, müssten sich eindeutige Vorteile in der Handhabung zeigen. So sollte das Betrugsrisiko deutlich minimiert werden, und Abwicklungen schneller funktionieren. Im Vorfeld würde von den Kunden auch umfassende Information von der Bank oder dem Kreditkartenunternehmen gewünscht. In der Studie zeigten sich entgegen der langläufigen Vermutungen kein Unterschiede bei Alter und Geschlecht. Insgesamt wurden 664 Personen befragt.  (APA)

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    Die Macht des Fingers könnte sich bald auch beim Bankomaten bezahlt machen.

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