Forscher versuchen Bienen durch optische Täuschung hereinzulegen

23. Jänner 2010, 12:10
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Experiment "gescheitert": Die Tiere messen offenbar ihren Energieverbrauch

North Ryde - Wenn Bienen vom Pollensammeln in ihren Stock zurückkehren, berechnen sie offenbar, wie viel Energie sie für den zurückgelegten Weg zur Blume verbraucht haben. Das Ergebnis dieser Analyse gehört zu den Informationen, die per Tanzsprache an die Artgenossen vermittelt werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der australischen Macquaire University "Proceedings of the Royal Society".

Sichtbar wurde diese erstaunliche Fähigkeit in einem Experiment: Die Forscher bauten dazu zwei Tunnel von zehn bzw. zwanzig Meter Länge, an deren Ende jeweils ein Futtertrog als Lockmittel für die Bienen platziert wurde. Eine optische Täuschung sollte die Bienen glauben lassen, dass der näher gelegene Futtertrog der weiter entfernte sei. 

Mehrschichtige Information

Die Analyse des Schwänzeltanzes zeigte, dass sich die Bienen in der räumlichen Entfernung tatsächlich verschätzten. Doch anders als vermutet bevorzugten die Bienen in Folge dennoch den näheren Trog und empfahlen ihn auch weiter. Die - vermeintliche - Distanz ist offenbar nur Teil der übermittelten Information. Die Tiere konnten auch weitergeben, dass sie für scheinbar längere Strecke weniger Energie verbrauchten, während die visuell erfasste Entfernung für die Flugkostenrechnung kaum Bedeutung hat. "Zur Honigherstellung müssen Bienen mehr Blumennektar sammeln, als sie Energie für das Sammeln benötigen. Zur effizienten Futtersuche müssen sie also wissen, wie viel Energie der jeweilige Flug verbraucht", erklärt Studienleiter Andrew Barron.

Zur Abschätzung der Energie verwenden Bienen also nicht die visuellen Informationen, die sie durch die vorbeiziehende Umgebung erhalten. "Bienen berechnen Flugdistanz und Effizienz getrennt und können beide auch unabhängig voneinander über verschiedene Elemente ihrer Tanzsprache vermitteln. Ihr Gehirn scheint über einen eingebauten Kalorienzähler oder eine Stoppuhr zu verfügen", so Barron. Wie das Bienengehirn trotz seines einfachen Aufbaus diese komplexen Berechnungen anstellt, soll Ziel künftiger Forschungen sein. (pte/red)

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