Die Tote auf der Rentierweide

22. Jänner 2010, 16:27
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Die finnische Kleinststadt in der Inspektor Kari Vaara werkt, hat sechs Ausnüchterungszellen, zwei Gefängniszellen und ein Büro

Da sieht man schon, wo der Schwerpunkt der Kalamitäten liegt, nämlich im Alkoholismus. Außerdem ist das eine Gegend, wo 32 Grad minus als "Wärmerwerden" bezeichnet werden. In der Perspektive aus Helsinki leben da oben am Polarkreis zurückgebliebene "Rentierfresser" vulgo Lappen. Als eine tote Frau entdeckt wird, möchte man Spezialisten aus der Hauptstadt schicken, doch Inspektor Kari Vaara will sich den Fall nicht wegnehmen lassen.

Das Mordopfer ist eine Farbige, was Aufsehen erregt und den Druck auf die Ermittler erhöht. Der B-Movie-Star ist verstümmelt worden, und es hat den Anschein, als ob es sich um einen rassistisch motivierten Mord handelt. Kari setzt einen Verdächtigen fest, dem er nicht unvoreingenommen gegenübersteht. Der Schürzenjäger ist der Liebhaber von Karis Exfrau, wegen dem sie ihn verlassen hat. Während man Kari Rachegelüste unterstellt, ergeben sich immer neue Spuren zu unterschiedlichen möglichen Tätern. Der amerikanische Autor James Thompson mit bewegter beruflicher Vergangenheit lebt in Finnland und gibt interessante Einblick in die sozialen Probleme seiner Wahlheimat. Die sind keineswegs nur von Migranten verursacht: exotisch, kalt und bizarr! (Ingeborg Sperl, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 23./24.01.2010)

Link:
www.krimiblog.at

James Thompson, "Eis-Engel" . Deutsch: Thomas Merk. € 10,20 / 314 Seiten. rororo, Reinbek bei Hamburg 2009

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