Edel-Bauch

23. Jänner 2010, 16:23
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"Eat slow!" zeigt den Weg zu Produzenten abseits industrieller Zwänge

So nennt sich ein Speck, der das Cover eines unlängst erschienenen Guides für handwerklich herausragende Spezereien aus Ostösterreich (NÖ, B, St) ziert. Tatsächlich sind viele der Produkte geeignet, einen solchen mit der notwendigen Fülle auszustatten. "Eat slow!" zeigt den Weg zu jenen Produzenten, die sich der Landwirtschaft und dem Handwerk abseits industrieller Zwänge verschrieben haben, die alte Rassen und Sorten pflegen, überlieferten Rezepturen nachspüren und ganz grundsätzlich den Geschmack ihrer Erzeugnisse als vorrangig ansehen.

Weil dieses Bestreben hierorts noch ein vergleichsweise junges ist und die Besinnung auf handwerkliche Qualität vielerorts immer noch mit Unverständnis quittiert wird, muss man schon ordentlich auf Achse sein, um der Köstlichkeiten habhaft zu werden. Aber es gibt zweifellos weniger Erfreuliches, als auf der Suche nach gutem Essen durch die schöneren Gegenden unseres Landes zu gondeln. So richtig genussvoll wird die Lektüre des Büchleins durch die stupende Qualität der Fotos - Gerhard Wasserbauer ist es gelungen, die spezifische Kraft und Lockung der Spezereien in denkbar reduzierten, aber höchst differenzierten Porträts einzufangen. (corti/Der Standard, Printausgabe 23.01.2010)

"Eat slow!" Von Florian Holzer und Nina Kaltenbrunner, fotografiert von Gerhard Wasserbauer, herausgegeben von Slow Food Wien & Bio Austria, Falter Verlag 2010, 320 S., € 25,50

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    foto: falter verlag
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