In Kitzbühel wird weiter aufgeschlagen

21. Jänner 2010, 17:32
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"Neubeginn" mit eigener Lizenz und Challenger-Turnier in erster August-Woche - Carl Uwe Steeb neuer Turnier-Direktor

Kitzbühel - Es gibt doch auch 2010 wieder ein Profi-Tennisturnier in Kitzbühel. Wie der Tennisclub KTC und die Stadt am Donnerstag bekanntgaben, wird es vom 1.- 8. August einen mit 65.000 Euro dotierten Challenger-Event mit dem Titel "Austrian Open" in der Gamsstadt geben. Turnierdirektor wird der frühere deutsche Daviscupper Carl Uwe Steeb. Erst vergangenen November war nach jahrelangen Disputen das traditionsreiche ATP-Herrenturnier endgültig aus Kitzbühel abgewandert.

Es sei ein denkwürdiger Neustart, wurde bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Hahnenkammrennens verkündet. Man habe bewusst einen Rückschritt auf Challenger-Ebene gewählt, dafür aber erstmals seit Jahrzehnten die (allerdings immer nur jährlich vergebene) Lizenz und damit alle Rechte wieder in eigener Hand, betonte Tourismus-Obmann Christian Harisch. Herbert Günther, Präsident des TC Kitzbühel meinte, die jüngsten Verhandlungen mit der ATP hätten gezeigt, "dass Tennis in Kitzbühel nach wie vor eine sehr begehrte Braut ist".

Es werde sich bei diesem neuen Turnier um mehr als nur eine Tennisveranstaltung handeln, hieß es. Ziel ist, irgendwann wieder einmal an die glorreichen Tage dieses Traditionsturnieres, das Sieger wie Manuel Orantes, Vitas Gerulaitis, Pete Sampras, Goran Ivanisevic und Thomas Muster hervorgebracht hat und auch für Österreichs Elite stets ein Höhepunkt gewesen war, anzuschließen. So soll ein Seniorenturnier integriert werden, auch eine Laureus-Golf-Charity soll es parallel geben.

Sünden der Vergangenheit zurückgelassen

Damit sollen auch viele Sünden der Vergangenheit zurückgelassen werden. Der KTC hatte seinerzeit die Lizenz zurückgegeben, um via Ion Tiriac eines der elf größten Turniere weltweit veranstalten zu können. Dafür war auch ein mächtiges Freiluft-Stadion errichtet worden. Tiriac war jahrelang ein großer Freund Kitzbühels, als man dem Rumänen aber den Kauf bzw. die Errichtung eines Hauses im Nobelort verbot, war es vorbei mit der Freundschaft und es folgte ein jahrelanger Hickhack um die Lizenz-Anmietung.

"Ganz sicher ein Fehler", gestand Harisch nun ein, trauerte aber insgesamt der - vor allem jüngeren - Vergangenheit kaum nach. "Auf Wiedersehen Geschäftemacherei und Erpressung, jetzt gibt es wieder Emotion und Herz", sagte er offen. "Öfter als wir ist kein Turnier gestorben oder totgesagt worden. Jetzt haben wir die Tradition in letzter Minute gerettet, Kitz hat das Turnier wieder in eigener Hand."

Steeb freute sich darüber, dass nun auch zum 66. Mal internationale Tenniswettkämpfe in Kitzbühel stattfinden: "Ich habe ja wie Boris Becker selbst hier gespielt. Ich freue mich, bei diesem Neustart dabei sein zu dürfen." (APA)

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