Grüne wollen Gesetze gegen Ausbeutung

21. Jänner 2010, 12:07
1 Posting

Arbeitnehmersprecherin Schatz: "ÖVP macht sich über Probleme der Generation Praktikum lustig"

Wien - Anlässlich des heutigen Finales der ÖVP-Superpraktikanten-Show haben die Grünen ein Ende der "Ausbeutung" von Praktikanten gefordert. Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz legte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag entsprechende Vorschläge vor und forderte die Regierung auf, endlich in diesem Bereich tätig zu werden. "Die ÖVP macht sich über die Probleme der Generation Praktikum lustig" anstatt sie zu lösen, kritisierte Schatz.

Statistische Erhebungen über die Zahl der "Praktikanten" gebe es nicht, die Erfahrung zeige aber, dass sie "in den Himmel wächst" und mittlerweile ein eigener "Praktikantenarbeitsmarkt" entstanden sei, so Schatz. Laut einer Umfrage der Plattform "Generation Praktikum" absolvieren die Hälfte der Befragten nach ihrer Ausbildung im Schnitt sogar 2,7 Praktika. Ein Drittel dieser "Arbeitsverhältnisse" war unbezahlt, 40 Prozent verdienten zwischen 100 und 700 Euro, nur ein Viertel mehr als 700 Euro.

Verwendungsgruppe "Praktikanten" schaffen

Die Grünen fordern daher ein Praktikumsgesetz, das vorgeschriebene Praktika rechtlich klar regelt, was Arbeitszeit, Mindestentgelt, Arbeitsvertrag, Bildungsziele und der gleichen betrifft. Ausbildungsinstitutionen, die Pflichtpraktika vorschreiben, sollen zudem in die Pflicht genommen werden und sich auch darum kümmern, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen stimmen, etwas durch Kooperationen mit Praktikumsanbietern und Datenbanken zur Dokumentation der Qualität von absolvierten Praktika.

Außerdem sollen die Kollektivverträge angepasst und eine Verwendungsgruppe "Praktikanten" geschaffen sowie ein Stipendiensystem für Ausbildungspraktika im NGO-Bereich eingeführt werden. Schließlich fordern die Grünen mehr Unterstützung für Jung-Akademiker durch das AMS, etwa mit speziellen Programmen. (APA)

Share if you care.