Jeder Operationssaal wird Tag und Nacht genützt

21. Jänner 2010, 11:45
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In zwei Operationssälen arbeiten vier chirurgische Teams, die sich abwechseln - Lange Menschenschlangen warten davor

Während die Teams von Ärzte ohne Grenzen ununterbrochen Patienten behandeln, die in langen Warteschlangen auf Hilfe warten, erschütterte am Morgen ein schweres Nachbeben Port-au-Prince. Im Choscal Krankenhaus, wird seit Tagen rund um die Uhr in zwei Operationssälen gearbeitet, um Menschen mit schweren Verletzungen zu helfen. Dort waren die Patienten durch das neue Beben so alarmiert, dass sie aus dem Gebäude heraus wieder nach draußen in Zelte gebracht werden mussten. In den Operationssälen arbeiten vier chirurgische Teams, die sich abwechseln.

Intensivmedizinische Behandlungen

Im Krankenhaus in Carrefour hat das Team mit psychologischer Unterstützung für solche Patienten und deren Familien begonnen, denen Gliedmaßen abgenommen werden mussten. Die Mitarbeiter sind dabei, intensivmedizinische nachoperative Behandlungsmaßnahmen aufzubauen - mit Physiotherapie für Patienten mit Verbrennungen wurde in einem anderen Krankenhaus bereits begonnen. Im großen General Hospital geht die Dialysebehandlung von Menschen, die am so genannten Crush-Syndrom leiden, weiter. Sechs Patienten haben bereits Dialyse erhalten, und das Team setzt einen Test ein, um bei weiteren Patienten das Syndrom feststellen und intensivmedizinische Behandlungen durchführen zu können.

130 Operationen am Tag

Jeder funktionstüchtige Operationssaal wird Tag und Nacht genützt. Gleichzeitig bauen Logistiker unter Hochdruck neue auf oder setzten beschädigte wieder in Gang. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben in den vergangenen Tagen rund 130 Operationen am Tag durchgeführt. Da weitere Kollegen und Kolleginnen die Arbeit aufnehmen, wird sich diese Zahl weiter erhöhen. Zehn Operationssäle sind jetzt in Betrieb, von denen sich sieben in Port-au-Prince befinden (im Choscal, Trinité, Carrefour und Chancerelle
Krankenhaus) und drei in den Städten Leogane and Jacmel im Westen der Hauptstadt. Zudem werden in weiteren kleineren Operationssälen im Trinité und im Pacot Krankenhaus Verbandswechsel durchgeführt.

Aufblasbares Krankenhaus

Die Kapazitäten werden zeitnah ausgedehnt, so werden zusätzliche Operationssäle in Port-au-Prince und im Westen in Leogane und Grand-Goave vorbereitet. Ein aufblasbares Krankenhaus mit zwei Operationssälen und hundert Betten wird auf einem freistehenden Gelände in Port au Prince aufgebaut. Das Aufbauteam geht davon aus, dass es am Freitagmorgen funktionstüchtig sein wird. (Ärzte ohne Grenzen 21.1.2009)

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