"Midem Classical Award" an historische Gulda-Aufnahme

24. Jänner 2010, 20:11
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Start der internationalen Musikmesse in Cannes

Cannes - Eine historische Aufnahme des österreichischen Pianisten Friedrich Gulda mit dem RIAS-Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung von Igor Markevitch gehört zu den Preisträgern bei den heurigen Midem Classical Awards in Cannes. Ebenso wurde einer Aufnahme von Paganinis "24 Capricci" (ECM) des österreichischen Violinisten Thomas Zehetmair ein Preis zugesprochen.

Die Hauptpreisträger wurden bereits vor zwei Monaten bekannt gegeben, am Sonntag gab die Jury weitere Gewinner bekannt: In der Sparte Barockmusik gewinnt die Aufnahme Telemanns "Brockes Passion" mit dem Berliner RIAS Kammerchor - Akademie für Alte Musik unter Leitung von Rene Jacobs. Weiters prämiert: die Bamberger Symphoniker unter Dirigent Jonathan Nott mit Mahlers "Symphonie Nr. 9", das Orchester Concerto Köln mit Rigels "Symphonien", das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter Leitung von Sylvain Cambreling mit "Die Werke für Orchester" von Messiaen. Der Münchner Filmemacher Jan Schmidt-Garre gewinnt mit der DVD-Dokumentation "Sergiu Celibidache - You Don't Do Anything - You Let It Evolve".

Die Preise werden am Dienstag in einer Gala überreicht. Der deutsche Bariton Christian Gerhaher wird nicht nur als bester Sänger geehrt, sondern bei der Gala auch auftreten. Zur besten Sängerin kürte die Jury die Mezzosopranistin Elina Garanca aus Lettland. Die kanadische Pianistin Angela Hewitt ist beste Instrumentalistin des Jahres, der spanische Klarinettenspieler Jose Franch-Ballester wird als herausragender Jungkünstler geehrt. Eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk bekommt die italienische Sopranistin Mirella Freni, die französische Plattenfirma Naive Classique ist das beste Label des Jahres und Classicsonline.com der beste Internetshop.

"Fokussiert auf das Digitale"

Die bis 27.1. laufende internationale Musikmesse MIDEM in Cannes erwartet einen Rückgang bei Teilnehmern und Besuchern um 13 Prozent, auf rund 7.000 Teilnehmende aus mehr als 70 Ländern. Im Vorjahr waren noch 8.000 Besucher verzeichnet worden. Der Rückgang sei "nicht überraschend, wenn man sich den Zustand der Branche ansieht",

Die Messe reflektiere den Wandel in der Musikbranche und sei daher "stark fokussiert auf das Digitale", sagte MIDEM-Direktorin Dominique Leguern am Sonntag vor der Eröffnung durch den französischen Kulturminister Frederic Mitterand. Die traditionelle Musikbranche mache nur mehr 40 Prozent der Teilnehmer aus.

Auch Österreich ist im neu gestalteten Messebereich mit einem Stand vertreten und präsentiert sich darüberhinaus am Dienstag bei einem eigenen Konzert mit Valerie, Tanz Baby! und Parov Stelar.
(APA)

 

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