Heimische Firmen setzen auf chinesische Standorte

20. Jänner 2010, 10:36
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In Europa und Amerika werden zunehmend Stellen abgebaut und nach China verlagert - auch öster­reichische Firmen sind dabei

Peking - Jobs werden in Europa oder Amerika abgebaut und nach China verlagert - nach dieser Devise haben im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise auch einige österreichische Unternehmen gehandelt. Ein Beispiel dafür ist die Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S), ein weiteres die Radex Heraklith Industriebeteiligungs AG (RHI). Die chinesischen Standorte profitieren. Investierten österreichische Firmen laut WKO 2009 in China noch verhalten, so lässt der jüngste Aufschwung eine verstärkte Nutzung der dortigen Produktionsstätten erwarten.

Ausbau der Kapazitäten in Fernost und Rückfahren heimischer Produktion - für den steirischen Leiterplatten-Hersteller AT&S bedeutete dies zuletzt die gänzliche Verlagerung der Volumsproduktion nach China aus Kostengründen. Die Zahl der 1.400 Mitarbeiter am Standort Leoben-Hinterberg wurde 2009 auf die Hälfte reduziert. Bereits im November 2008 verloren in Leoben fast 300 Stamm-Mitarbeiter sowie 150 Leiharbeiter ihre Arbeitsplätze.

Zeichen stehen auf Expansion

In China hingegen standen die Zeichen auf Expansion. Das erste Werk im südchinesischen Shanghai war 2002 eröffnet worden, das zweite folgte 2006. Der AT&S-Standort in Shanghai ist mit 550.000 Quadratmetern produzierter Leiterplatten-Fläche das größte HDI-Leiterplattenwerk Chinas. Bundespräsident Heinz Fischer wird es am Freitag zum Abschluss seiner China-Staatsvisite mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hannes Androsch besichtigen. Laut Management und Androsch gab es zu der Restrukturierung keine Alternative.

Auch die börsenotierte RHI setzt auf Verstärkung der Produktion in Asien und hat "den chinesischen Weg" eingeschlagen. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen 250 Jobs nach China verlagert werden, kündigte das Management im vergangenen November an. Dafür wird ein Werk in Kanada vorerst stillgelegt, in Europa werden diverse Produktionslinien gestrichen, ein steirischer Tunnelofen wird geschlossen. In die drei chinesischen RHI-Standorte werden dagegen 21. Mio. Euro investiert, einschließlich der Errichtung eines dritten Ofens in Dalian. (APA)

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    Während hierzulande Jobs vielfach abgebaut werden, stehen die Zeichen in China auf Expansion.

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