iPhone 4G: Die Hot- und Not-Gerüchte

20. Jänner 2010, 10:46
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Wie wahrscheinlich sind die Gerüchte zum neuen iPhone? Von relativ gesicherten Upgrades und den schrägen Apple-Patenten

Der Gerüchtezug rast unaufhaltsam auf den 27. Jänner zu. Wie bereits berichtet, soll Apple kommende Woche in San Francisco nicht nur das Tablet vorstellen, sondern auch das neue iPhone OS 4.0 ankündigen. Den Spekulationen zur neuen Version des Smartphone-Betriebssystems folgen nun verstärkt Gerüchte zum neuen iPhone der vierten Generation.

iPhone OS 4.0

Dass Apple zusammen mit dem Tablet auch iPhone OS 4.0 zeigt, ist recht wahrscheinlich. Das Unternehmen hat schon in der Vergangenheit die Software immer einige Monate vor der Hardware angekündigt. Statt Mac OS X soll angeblich das Handy-Betriebssystem auf dem Touchscreen-Rechner laufen. Das ist sinnvoll, da ein derartiges Gerät mit Mac OS X nichts weiter als ein Notebook ohne Tastatur wäre. Apple soll jedoch weitergehende Pläne haben und eine enge Integration mit iTunes vorhaben. iPhone OS 4.0 soll in allen Anwendungen Multitouch-Eingaben und unterstützen und endlich auch Multitasking bieten. BoyGeniusReport wurde zugetragen, dass es auch mehrere Änderungen an der Benutzeroberfläche geben wird.

Marktstart

Das neue iPhone selbst ebenfalls schon am 27. zu präsentieren, würde zwar zu den Gerüchten zu einem Marktstart im April passen. Bei zwei so großen Ankündigungen könnte sich Apple eine von beiden jedoch abschießen. Abgesehen davon, ist in der offiziellen Einladung für 27. Jänner von Apples "latest creation" und "creations" die Rede. Wahrscheinlicher ist, dass Apple bei einem Marktstart im Juni oder Juli bleibt und die Präsentation nur wenige Wochen davor erfolgt.

Mobilfunk der vierten Generation

Einige Verwirrung hat der Name iPhone "4G" unter Lesern und Bloggern erzeugt. Dabei handelt es sich um keinen offiziellen Namen, sondern den Codenamen, den die Medien dem kommenden Apple-Handy verpasst haben. Der Zusatz 4G erfolgt eher in Anlehnung an die vierte Generation der Hardware, als an den kommenden Mobilfunkstandard LTE, der auch als 4G bezeichnet wird. Es ist damit zu rechnen, dass das neue iPhone weiterhin HSDPA 7,2 Mbit/s unterstützt. Apple wird mit einem LTE-Gerät wohl noch abwarten, bis mehrere Provider diesen unterstützen.

Prozessor, Grafik und Speicher

Um mit der Konkurrenz mitzuhalten wird Apple die Innereien des iPhones einem Upgrade unterziehen müssen. Gizmodo hat sich mögliche neue Features genauer angesehen. Berichten zufolge soll ein ARM Cortex-A9 Multicore-Chip mit 2 GHz zum Einsatz kommen. Andere Quellen glauben, dass das Unternehmen auf einen Prozessor von PA Semi setzen wird, das Apple übernommen hat. Von PA Semi soll angeblich auch der Tablet-Chip produziert werden. Ein 2-GHz-Chip klingt wohl eher wie ein Wunschtraum. Eine Performanceverbesserung gegenüber dem 3GS wird es aber mit ziemlicher Sicherheit geben. Auch mehr Speicher scheint logisch, Beobachter vermuten 64 GB NAND-Chips, wie sie Samsung und Toshiba anbieten. Von der PowerVR SGX535 GPU des iPhone 3GS hat Hersteller Imagination Technologies mittlerweile ein neues Modell (SGX545) im Repertoire, das OpenGL 3.2, Open CL 1.0, DirectX 10.1 und HD-Video unterstützt. Daneben soll das neue iPhone WLAN 802.11n unterstützen.

Kamera

Im Dezember ist die erste Videotelefonie-App für das iPhone im App Store gelandet. Videotelefonie war bislang keim Thema auf dem Apple-Gerät, da nur eine Kamera auf der Rückseite verbaut ist. Auch schon vor der Präsentation des 3Gs war über eine zweite Kamera auf der Vorderseite spekuliert worden. Gizmodo räumt diesem Gerücht nun jedoch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit ein. Recht hoch ist die Möglichkeit einer 5-Megapixel-Kamera. Auch ein LED-Blitz von Philips könnte Einzug auf dem Smartphone halten.

Display und Gehäuse

Gegenüber dem 3,7 Zoll Screen des Motorola Droid mit 480 x 854 Pixel Auflösung und dem 3,7-Zoll-AMOLED-Display vom Nexus One mit 480 x 800 Pixel wirkt der aktuelle 3,5-LCD-Screen des iPhone 3GS mit seinen 320 x 480 Pixel schon etwas veraltet. Ein Update ist daher sehr wahrscheinlich. 2008 hat Apple ein Patent für einen dünneren, leichteren Touchscreen eingereicht. Dieser könnte mit dem neuen iPhone eingeführt werden. Zum Design des neuen Geräts kamen bislang kaum Gerüchte auf. Ein Analyst von Goldman Sachs geht davon aus, dass Apple die Rückseite wie in der neuen Magic Mouse in eine Touchoberfläche verwandeln wird. Tatsächliche Hinweise darauf gibt es aber keine.

Keine Chance

Zum iPhone 4G kursieren noch wesentlich mehr Gerüchte, denen man aber kaum Glauben schenken kann. So soll das Smartphone mit einem Stylus ausgeliefert werden, es soll über eine ausziehbare Antenne verfügen und der Akku soll sich entfernen lassen. Außerdem soll es einen physischen Feedback am Screen für Eingaben geben. Obwohl Apple für Stylus, Screen und Antenne Patente eingereicht hat, sind alle drei Gerüchte höchst unglaubwürdig. Derartige Features würden eher einem Rückschritt in Apples Produktentwicklung gleichkommen. 

Nur Gerüchte

Die Wahrscheinlichkeit sämtlicher Gerüchte lässt sich zwar in etwa abschätzen. Wie seriös die Quellen sind, kann man jedoch nur schwer beurteilen. Tech-Blogs wie Gizmodo oder BoyGeniusReport haben meist einen guten Draht zu den "Apple-Kreisen". Immer wieder kommen vor Apple-Events auch Debatten auf, ob man Gerüchte überhaupt veröffentlichen sollte. Dazu ist zu sagen, dass Apple auf offiziellem Weg keine Informationen durchsickern lässt und auch Fragen abblockt. Die Gerüchteblogs bzw. die anonymen Tippgeber sind in diesem Fall die einzigen Quellen, auf die sich Medien berufen können. (Birgit Riegler/ derStandard.at 20. Jänner 2010)

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