Wirksame Punschkontrollen

19. Jänner 2010, 19:04
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Verstärkte Kontrollen, härtere Sanktionen und Bewusstseinsbildung durch die "Alkohol am Steuer-Kampagne" schlagen sich in Zahlen nieder

Die Zahl der Alkolenker ist seit Einführung der 0,5 Promille-Grenze im Jahr 1998 erstmals zurückgegangen. Wo in der Vorweihnachtszeit 2008 Österreichweit noch fünf Prozent der kontrollierten Lenker alkoholisiert waren, liegt der Anteil, laut Innenministerium, im Vergleichszeitraum 2009 bei 2,8 Prozent.

Steigerung der Kontrolldichte

In der Punschzeit zwischen 20. November und 21. Dezember hat die Wiener Polizei verstärkt auf den Einsatz der Alkohol-Vortestgeräte gesetzt.
"In Summe mussten wir 652 Personen anzeigen - 125 Personen weniger als im Vorjahr. Und das, obwohl wir 3.000 Personen mehr kontrolliert haben als im Vergleichszeitraum 2008", erklärt Oberst Josef Binder, stellvertretender Abteilungsleiter der Landesverkehrsabteilung Wien die vorläufigen Daten.

"Mit dem Alkovortestgerät ist in Wien eine deutliche Steigerung der Kontrolldichte und Kontrollhäufigkeit möglich", weiß Binder. In Zahlen: Wurden 2007 77.622 Fahrzeuglenker getestet, stieg die Zahl 2009 auf 123.097.

Anzeigenrückgang

Rund 110 Vortestgeräte und 159 Alkomatgeräte, die auch mobil im Streifenwagen mitgeführt werden, sind in Wien im Einsatz.
Im Drei-Jahresvergleich hat 2007 noch jeder elfte Vortest zu einem positiven Ergebnis geführt, 2009 war es nur noch jeder 20.
Die Anzeigen sind im Bereich 0,5 bis 0,8 Promille zwischen 2007 und 2009 von 2.494 auf 2.114 zurückgegangen, im Bereich über 0,8 Promille von 4.775 auf 4.345.

"Autofahrer trinken weniger Alkohol"

Die Ursachen dieser positiven Entwicklung sieht Binder in dem Maßnahmenpaket, das neben dem Einsatz des Vortestgerätes auch die seit September 2009 eingeführten schärferen Sanktionen sowie die drei Millionen Euro schwere Verkehrssicherheits-Werbekampagne - "Alkohol am Steuer - könnten Sie damit leben?" - umfasst.

Mehr Kontrollen, schmerzhaftere Sanktionen und die Thematisierung in den Medien führten zu mehr Bewusstseinsbildung. "Was intensiv medial berichtet wird, verankert sich sehr wohl in den Köpfen der Bevölkerung", beobachtet Binder. Auch wenn die Wirksamkeit von Werbekampagnen nicht auf Dauer wirke, seien die Appelle, in der Punschzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren oder mit dem Taxi bzw. Fahrgemeinschaften zu bilden, angekommen: "Die Autofahrer trinken weniger Alkohol. Das ist eindeutig in Zahlen belegbar." (derStandard.at, Eva Tinsobin, 19. 1. 2010)

Alkohollenker Österreichweit

Von Jänner bis Ende November 2009 haben sich in Österreich 2185 Alkoholunfälle ereignet - das ist ein Anteil von 6,5 Prozent an der Gesamtunfallstatistik. 41 Menschen kamen dabei ums Leben, 2.973 wurden verletzt.
Oberösterreich ist mit 403 Alkoholunfällen Spitzenreiter, gefolgt von 395 in Niederösterreich. Schlusslicht ist das Burgenland mit 75 Unfällen unter Alkoholeinfluss.

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    "Die Autofahrer trinken weniger Alkohol. Das ist eindeutig in Zahlen belegbar."

  • Konstanter Rückgang der Anzeigen wegen Alkohol am Steuer in Wien.
    foto: polizei/landesverkehrsabteilung wien

    Konstanter Rückgang der Anzeigen wegen Alkohol am Steuer in Wien.

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