Physiker schmuggelt Sprengstoff durch Nacktscanner

18. Jänner 2010, 14:54
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TV-Auftritt zeigt erhebliche Lücken in den Möglichkeiten aktuell eingesetzter Geräte - mit Video

Wie das Nachrichtenmagazin "Profil"in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sagen 68 Prozent  der Österreicher, ihnen würde ein Kontrolle durch einen Nacktscanner nichts ausmachen. Nur 27 Prozent der Befragten geben an, sich durch derartige Kontrollen in ihrer Privatsphäre gestört zu fühlen. Fünf Prozent wollten sich nicht festlegen.

Als Diskussion über die Sinnhaftigkeit - und die gesellschaftliche Verträglichkeit - von Nacktscannern angelegt, führte die vor wenigen Tagen im ZDF ausgestrahlte Episode der Talk Show "Markus Lanz" zu einer gewissen Argumentationsenge bei den anwesenden Politikern. Denn anstatt die Möglichkeiten der Technologie eindrucksvoll zu belegen, geriet der Praxis-Test zu einem veritablen Fiasko.

Demonstration

So gelang es dem Wiener Physiker Werner Gruber gleich mehrere äußerst sicherheitsrelevante Gegenstände unbemerkt durch die Kontrolle zu schmuggeln. Neben einem Zünder, blieben auch mehrere Fläschchen mit Thermit, einer hochbrennbaren Substanz, sowie eine - unter einem Pflaster versteckte - Eprovette unbemerkt, in letzterer hätte er durchaus Sprengstoff in kristalliner Form in einen Flieger bringen können, zeigte sich Gruber anschließend überzeugt.

Die Wirkungskraft des Thermit veranschaulichte der Physiker anschließend sicherheitshalber im Freien. Die Chemikalie brennt in einer exothermen Reaktion bei 3.000 bis 4.000 Grad Celsius ab, und bahnt sich dabei ihren Weg mühelos durch Metall. Genügend um sich zum Kabelwerk eines Flugzeugs durchzubrennen, wie Gruber versichert.

Kritik

"Ich finde das nur begrenzt lustig" verlegte sich der anwesende CDU-Politiker Wolfgang Bosbach sichtlich schockiert auf Medienkritik, es sei verantwortungslos so etwas im Fernsehen zu zeigen und damit Terroristen indirekt Tipps zu geben. Eine Kritik die Moderator Markus Lanz natürlich nicht auf sich sitzen lassen wollte und auf die leichte Verfügbarkeit all dieser Informationen im Internet hinwies. (red, derStandard.at, 18.01.10)

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    foto: zdf
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