Lage in Bagdads Krankenhäuser zunehmend kritisch

6. April 2003, 18:40
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Verletzten werden nicht mehr gezählt: Anzahl der Opfer zu hoch - Frischwasser fehlt

Genf - Die Anzahl der Opfer des Irak-Krieges ist so hoch, dass es die Krankenhäuser in Bagdad mittlerweile aufgegeben haben, die Verletzten zu zählen. Das erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Sonntag in Genf. Das medizinische Personal arbeite ununterbrochen unter hohem Druck und habe für Statistiken keine Zeit, hieß es. Da in den Krankenhäusern der irakischen Hauptstadt ein Patient nach dem anderen eingeliefert werde, sei es unmöglich, genaue Listen über die Bombenopfer zu führen.

Krankenwagen sammelten überall in Bagdad Verletzte ein, andere versuchten zu Fuß, das nächstgelegene Krankenhaus zu erreichen, erklärte das IKRK. Auch die Organisation machte keine Angaben darüber, wie hoch die Opfer unter der irakischen Bevölkerung tatsächlich sind. Sie bestätigte auch nicht die Angaben der US-Streitkräfte, dass bei den Kämpfen um Bagdad am Samstag zwischen 2.000 und 3.000 irakische Soldaten getötet wurden.

Nach Angaben des IKRK fehlt es in Bagdads Krankenhäusern vor allem an Frischwasser. Nach dem Stromausfall in der Hauptstadt würden die Krankenhäuser nun vor allem von Notstromaggregaten versorgt. Laut IKRK ist die medizinische Situation in Basra dagegen weitgehend unter Kontrolle. (APA/AP)

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