Viagra wirkt nicht immer

5. April 2003, 17:00
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Die Ursache könnte im Erbgut der betreffenden Männer liegen - solche mit "günstigeren" Genen müssen jedoch Nebenwirkungen fürchten

Essen - Falls Erektionsstörungen trotz Viagra nicht verschwinden, könnte dies am Erbgut der betreffenden Männer liegen. Die Wirkung von Viagra hängt einer Pilotstudie zufolge von einem Gen mit der Bezeichnung GNB3 ab. Es spiele eine Rolle bei der Signalübertragung der Zellen und könne in drei verschiedenen Ausprägungen vorliegen, erklärten Forscher vom Essener Universitätsklinikum am Freitag.

Ein weitgehender Therapieerfolg von rund 90 Prozent habe sich nur bei der Variante "TT" eingestellt. Männer mit den Varianten TC und CC hätten bei einer Erfolgsquote von 50 Prozent häufiger den Kürzeren gezogen.

Schwere Kreislaufprobleme möglich

Unter den 113 untersuchten Probanden mit Potenzschwierigkeiten wiesen nur zehn Prozent die günstige TT-Variante auf. Andererseits sei gerade dieser Kreis möglicherweise durch schädliche Nebenwirkungen mehr gefährdet. "Unter der Therapie mit Viagra kommt es zu einem Blutdruckabfall und zu einem Anstieg der Herzfrequenz. Ist dieser Effekt zu stark, kann es schwerwiegende Probleme mit dem Kreislauf geben", sagte der Leiter der Urologischen Klinik, Prof. Herbert Rübben.

Rübben und der Pharmakologe Prof. Winfried Siffert halten weitere Untersuchungen für notwendig, um die möglicherweise genabhängigen Wirkungen von Viagra, aber auch die der Potenz fördernden Medikamente Levitra und Cialis im Hinblick auf Risikopatienten zu untersuchen. Vor der Verschreibung solcher Potenzmittel an Risikopatienten könnten künftig durchaus Gentests vorgesehen werden, meinten die Essener Forscher. (APA/dpa)

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