Rottenbergs Boulevard

7. April 2003, 10:43
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Würdige Herausgebergeschichten - Nachwuchs-Schönheitcastingshow

Würdige Herausgebergeschichten

Der Herausgeber, schreibt Bruno Jaschke, hat einen Hund. Der Hund ist nicht nur sein einziger, sondern auch sein Einziges. Nichts, schreibt Jaschke, macht ihn, der im Leben alles und noch mehr erreicht hat glücklicher, als einfach seinen Hund zu streicheln. Bruno Jaschke ist Journalist.

Und präsentierte am Mittwoch seinen ersten Roman: "In Wahrheit ist es würdig und recht" (Edition Innsalz) nennt sich das - natürlich frei erfundene - Werk über einen alten, mächtigen Mann, der in diesem, seinem, unseren Land die größte Tageszeitung herausgibt.

Und seine Verantwortung gegenüber dem Staat am liebsten dann wahr nimmt, wenn er - statt Macht auszuüben - seinen Hund streichelt. Die daraus resultierende Ideen - etwa Liechtenstein zu besetzen, alle Eskimos aus dem Land zu werfen oder ein Verbot fremdländischer Pflanzen - werden von seinen Polit-Jausenpartnern so gerne wie schnell umgesetzt. Das Buch, erzählt Jaschke, habe er im Juni geschrieben.

Dass die Realität ihn plagiiere, habe er nicht gewollt. "Ich weiß auch nicht, ob sie damit gut beraten ist." Nebenbei: Bruno Jaschke hat lange Jahre für die Kronen Zeitung geschrieben - aber das hat mit seinem Buch nichts zu tun. Ganz bestimmt nicht. (rott)

Nachwuchsschönheitcastingshow

Über das "Warum" zu diskutieren ist müßig: Die Welt will neue Gesichter. Und landauf landab laufen junge Menschen herum, die ihr Konterfei für Klopapier, Waschpulver und Versicherungen in eine Kamera halten wollen. Um es unsauberen Firmen mit faulen Versprechungen und offener Hand ("Modelschulen") ein wenig schwerer zu machen, sucht Andrea Weidler deshalb Jahr für Jahr das "Supermodel of the World".

Heuer wird die Mutter aller Castingshows (der Bewerb, nicht Weidler) zehn Jahre alt. Grund genug, dass Weidler beim diesjährigen Such-Startschuss darauf hinwies, dass die Final-Gala am 26. Juni auch im Dienste der Suche nach einer besseren Welt steht: Der Reinerlös geht an Waris Diries Stiftung, die sich dem Kampf gegen die weibliche Beschneidung veschrieben hat. (rott, DER Standard Printausgabe 5/6.4.2003)

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