Fortschritt bei genetischer Impfung gegen Allergien - Was man nach dem Sporteln essen sollte

1. Februar 2010, 19:38
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Fortschritt bei genetischer Impfung gegen Allergien

Salzburg – Ein Forschungsteam an der Universität Salzburg ist der Entwicklung eines genetischen Impfstoffs gegen Allergien einen großen Schritt näher gekommen. Die Wissenschafter verwendeten bei Versuchen mit Mäusen nackte Ribonukleinsäure (RNA) als Impfstoff, die nach einigen Tagen vom Organismus wieder abgebaut wird und damit hohe Sicherheitsstandards bietet. Mit klinischen Studien am Menschen soll in den nächsten zwei Jahren begonnen werden.Die Arbeit wurde im Journal of Allergy and Clinical Immunology publiziert. (APA, tasch)

Was man nach dem Sporteln essen sollte

Stuttgart – Sport ist dann für den Stoffwechsel besonders gesund, wenn man direkt im Anschluss die richtige Ernährung wählt. Dabei kommt es offenbar weniger auf eine geringe Kalorienmenge an als auf die Zusammensetzung der Nahrungsmittel an – und die sollte möglichst kohlenhydratarm sein, so US-Forscher im Journal of Applied Physiology. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 02.02.2010)


Französisch-britischer Streit um den G-Punkt

Paris/London – Die Gynäkologendebatte, ob es das nach dem deutschen Arzt Ernst Gräfenberg bekannte erogene Zone der Frau gibt oder nicht, ist nun zu einer nationalen Streitfrage erklärt worden, wie der britische Guardian berichtet. Drei Wochen nach Veröffentlichung einer Studie Londoner Mediziner, die den G-Punkt zu einem Mythos erklärten, traten französische Gynäkologen nun zu seiner Ehrenrettung an und warfen den Briten allzu rigide Lustvorstellungen vor. Laut Sylvain Mouton, Organisator der Konferenz, besitzen 60 Prozent der Frauen einen G-Punkt.

Wie man 30 Millionen Jahre ohne Sex überlebt

Washington – Ohne Sex zu überleben schaffen nur die wenigsten Organismen unseres Planeten. Eine bestimmte Gruppe von mikroskopisch kleinen Rädertierchen tut dies schon seit rund 30 Millionen Jahren und stellt die Evolutionsbiologen damit vor ein Rätsel. Deren Theorien konnten das Überleben der Vierzeller bislang nicht wirklich erklären. Nun aber liefert eine neue Studie in "Science" (Bd. 327, S. 574) endlich die Lösung: Um Krankheitserregern zu entkommen, trocknen die Vierzeller einfach aus und lassen sich vom Wind weitertragen, so die Studienautoren. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 30./31. 1. 2010)


"Klimakorrekturen" brauchen globalen Konsens

Washington – Großangelegte Versuche, mittels Geoengineering die Folgen des Klimawandels abzuwenden oder wenigstens zu mildern, bedürfen eines möglichst breiten, globalen Konsenses. Das fordert Jason Blackstock vom in Laxenburg ansässigen Institut für Angewandte Systemanalyse (Iiasa) gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen in einem Artikel in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Science". (APA)

Hautzellen direkt in Nervenzellen umgewandelt

London – Wieder ein Durchbruch bei der Reprogrammierung von Zellen: Wie Marius Wernig von der Stanford University mit Kollegen in "Nature" berichtet, gelang ihnen durch Einschleusung dreier Gene erstmals die direkte Umwandlung von Hautzellen in Nervenzellen – ganz ohne den Umweg der Stammzellen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. Jänner 2010)


Genveränderte Bakterien produzieren Biotreibstoff

Emeryville/London – US-Forscher haben Biosprit mithilfe neuer, gentechnisch veränderter Bakterien hergestellt. Das im Labor erprobte Verfahren könnte auch für die kommerzielle Produktion interessant werden: Als Ausgangsmaterial benötigen die Mikroorganismen lediglich Traubenzucker oder den pflanzlichen Gerüstbaustoff Xylan, der aus vielen Zuckerteilchen aufgebaut ist. Die Ausbeute sei zufriedenstellend, so die Forscher im Fachmagazin "Nature" (nur online). Biodiesel wird bisher aus Pflanzenölen wie Rapsöl hergestellt. Der Anbau dieser Pflanzen verbraucht allerdings Ackerfläche. Dieser Sprit steht daher bisher in direkter Konkurrenz zu Getreidepflanzen. (DER STANDARD, Printausgabe, 28. 1. 2010)


Neandertaler starben vor 37.000 Jahren aus

Ein Forscherteam unter österreichischer Beteiligung hat das Verschwinden der letzten Neandertaler nach hinten verlegt. War zuletzt spekuliert worden, dass die nächsten Verwandten des Homo sapiens womöglich noch bis vor 28.000 Jahren in der Gegend um Gibraltar gelebt haben könnten, datieren Paläoanthropologen um João Zilhão (Uni Bristol) ihr Aussterben im Fachblatt PLoS ONE auf 37.000 Jahre zurück.

Zilhão hatte bereits vor mehr als 20 Jahren die These aufgestellt, dass die Iberische Halbinsel als Refugium vor dem modernen Menschen diente. Nun aber konnte ein Homo sapiens-Fund in Portugal am Wiener Vera (Vienna Environmental Research Accelerator) von dessen Leiterin Eva Maria Wild neu und genau datiert werden – was zu den 37.000 Jahren führte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 27.01.2010)


Promiskuitivster Vogel der Welt ist eine Sperlingsart

Berkeley – Laut einem Bericht in der ornithologischen Fachzeitschrift "The Auk" (Der Alk) geht kein Vogel öfter fremd wie eine Sperlingsvogelart im Schwemmland von Connecticut. 95 Prozent der weiblichen Spitzschwanzammer kopulierten in der Paarungszeit mit mehr als einem Männchen, und die Eier eines einzigen Geleges werden im Schnitt von 2,5 Männchen befruchtet, fanden US-Forscher heraus. Der Grund dürfte ein Überlebensmechanismus angesichts der Bedrohung durch Überschwemmungen sein.

BBC zeigt von Schimpansen gedrehte Dokumentation

London – Ein vielversprechendes Fernsehformat hat sich die britische BBC ausgedacht: Sie verteilte "affensichere" Videokameras an Schimpansen im Zoo von Edinburgh, die sich damit dokumentierten. Das Ergebnis nennt sich "Chimpcamp", ist der erste ausschließlich von Menschenaffen gedrehte Film und wird am Mittwochabend auf BBC 2 ausgestrahlt.

Denken wir an die Zukunft, beugen wir uns nach vorn

Aberdeen – Denken Menschen an Vergangenes, beugen sie sich nach hinten; bei Gedanken an die Zukunft ist es umgekehrt, berichten schottische Psychologen im Fachblatt "Psychological Science". Sie beobachteten diese Kopplung von Raum und Zeit bei einem Test mit 20 Freiwilligen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 26. 1. 2010)


Die List der Tabakpflanze

Jena – Eine Tabakpflanze hat einen Trick auf Lager: Um sich vor gefräßigen Raupen des nachtaktiven Tomatenschwärmers zu schützen, öffnet das listige Gewächs einige seiner Blütenkelche schon in der Morgendämmerung und nicht erst am Abend wie andere Tabakpflanzen. Deutsche Forscher des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie haben das bei Studien in der Great-Basin-Wüste in Utah herausgefunden. (DER STANDARD, Printausgabe, 23./24. 1. 2010)


Neuer Ansatz zur Behandlung von Hepatitis C

Stanford – Mit einer neuen Klasse von Proteinhemmern könnten sich langfristig Hepatitis-C-Infektionen besser behandeln lassen. US-Forscher haben Moleküle gefunden, die ein Protein hemmen, das zur Vermehrung der Hepatitis-C-Viren in menschlichen Zellen nötig ist. Wie sie im Fachjournal "Science Translational Medicine" (Bd. 2, Artikel 15ra6) schreiben, dürfte für die erfolgreiche Behandlung der meist chronischen Hepatitis C ähnlich wie bei HIV eine Kombination mehrerer Wirkstoffe nötig sein. Bisher ist die Infektion in 50 bis 80 Prozent der Fälle heilbar.

Bewegung kann Vielsitzen nur zum Teil kompensieren

Stockholm – Wer viel sitzt, macht einer Studie zufolge damit vielleicht sogar den Nutzen regelmäßigen Sports zunichte. Unabhängig von sportlicher Betätigung steige bei „Vielsitzern" möglicherweise die Gefahr von Wohlstandskrankheiten wie hohem Blutdruck und Übergewicht, erklärten Forscher des schwedischen Karolinska-Instituts in Stockholm in der Fachzeitschrift "British Journal of Sports Medicine". (DER STANDARD, Printausgabe, 21. 1. 2010)


Ultrahartes Schneckenhaus als Vorbild für Schutzschild

foto: pnas

Cambridge – Neue Erkenntnisse über das Gehäuse der Schuppenfußschnecken könnten zu einer Verbesserung von Schutzschildern führen, schreiben MIT-Forscher im Fachblatt PNAS. Das einzigartige, aus drei Schichten auf-gebaute Schneckenhaus könne mehr Druck standhalten als jeder andere Panzer dieser Größe.

Laufen regt bei Mäusen das Hirnwachstum an

Washington – Der jüngste Beleg, dass Bewegung auch dem Hirn gut tut, stammt aus dem Mäuselabor. Wie britische und US-amerikanische Forscher herausgefunden haben (in PNAS), stärkt regelmäßiges freiwilliges Laufen nicht nur die räumliche Wahrnehmung der Nager, sondern förderte auch die Bildung von neuen Nervenzellen im Hirn. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19. 1. 2010)


Chronischer Schlafmangel hat erhebliche Folgen

Washington – Schlafmangel über längere Zeit hindurch kann trotz "Ausschlafens" die Leistungsfähigkeit drastisch beeinträchtigen, wie Harvard-Forscher in der Fachzeitschrift "Science Translational Medicine" schreiben. Regelmäßiges dauerhaftes Wachbleiben (im Test 33 Stunden) verlangsamt die Reaktionszeit um das bis zu Zehnfache. Im Gegensatz zu einem gelegentlichen Schlafdefizit lässt sich chronische Übermüdung auch durch besonders lange Ruhepausen nicht ausgleichen. Dieses Resultat deutet darauf hin, dass Berufsgruppen wie etwa Schichtarbeiter, Fernfahrer oder Ärzte anfälliger für Fehler und Unfälle sind. (DER STANDARD, Printausgabe, 16./17. 1. 2010)


Genom von parasitären Miniwespen entschlüsselt

Jena/Washington – Sie sind kleiner als ein Stecknadelkopf, doch sie haben es in sich: die Nasonia-Wespen. Sie legen bis zu 50 Eier in die Puppen von Fliegen. Sind die Wespenlarven geschlüpft, fressen sie ihren Wirt auf. Daher werden sie vor allem in wärmeren Ländern zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Ein internationales Forscherteam hat nun das Erbgut von drei Arten der Nasonia-Wespe entziffert – und damit erstmals das einer parasitären Wespe überhaupt. Die Forscher präsentieren die Ergebnisse im US-Journal "Science" vom Freitag. Solche parasitären Wespen suchen und töten nur ganz bestimmte Insekten, weshalb sich die Forscher von den neuen Erkenntnissen erhoffen, diese Wespen in Zukunft besser gegen Schädlinge einzusetzen. (APA)

Übergewichtige in den USA nehmen nicht weiter zu

Washington – Gleich drei Artikel im "Journal of the American Medical Association" (Bd. 303, S. 235, 242, 275) belegen, dass der Anteil der übergewichtigen Personen in den USA nicht mehr oder nur noch in geringem Maße zunimmt – eine Stagnation auf hohem Niveau: Unter den US-Erwachsenen galten im Jahr 2008 33,8 Prozent als stark adipös und 68 Prozent als übergewichtig. Bei den Jugendlichen zählen 18 Prozent zu den stark Adipösen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. Jänner 2010)


Fledermäuse informieren einander über Schlafplätze

London – Amerikanische Haftscheibenfledermäuse benutzen ein Frage-und-Antwort-System, um ihre Bekannten darauf aufmerksam zu machen, dass sie einen hübschen Ruheplatz gefunden haben. Das haben US-Biologen rund um Gloriana Cheverri von der Boston University entdeckt, die in Costa Rica einige der kleinen Flugsäuger beobachteten. Wie die Forscher in den "Biology Letters" schreiben, müssen die Tiere praktisch täglich einen neuen Unterschlupf suchen, weil sie kurzlebige Bananenblätter als Schlafstatt bevorzugen.

Dicker Hintern könnte gut für die Gesundheit sein

London – Fett an Hinterteil, Hüften und Oberschenkeln kann Experten der Universität von Oxford zufolge aktiv vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes schützen. "Fett auf Hüften und Oberschenkeln ist gut, am Bäuchlein aber schlecht", sagt Konstantinos Manolopoulos, einer der drei Autoren der Studie über Körperfett und seine Folgen für die Gesundheit, die am Dienstag im "International Journal of Obesity" erschien. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2010)


Genetisch veränderte Haut als Therapie der Zukunft

Washington – Bluthochdruck und andere systemische Erkrankungen lassen sich möglicherweise einmal durch die Transplantation genetisch veränderter Haut dauerhaft behandeln. Bei Mäusen, die ein solches Transplantat bekamen, ließ sich der Blutdruck erfolgreich senken, berichten Wissenschafter aus den USA und aus Deutschland in der heutigen Ausgabe von PNAS. Die Forscher hatten aus menschlichen Hautzellen kleine Hautstückchen gezüchtet, denen ein Gen eingefügt war, das ein blutdrucksenkendes Hormon bildet. Transplantierten die Forscher solche genetisch veränderten Hautstück auf Mäuse, sank deren Blutdruck.

Je mehr Fernsehen, desto schlechter für Gesundheit

Frankfurt/Main – Fernsehen, aber auch allzu langes Sitzen ganz insgesamt, schadet der Gesundheit. Jede täglich vor dem TV-Gerät verbrachte Stunde steigert einer neuen Studie zufolge deutlich das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Infarkt oder Schlaganfall. Der Grund für die Gefährdung ist schlicht die dauerhafte Passivität. "Der menschliche Körper ist darauf ausgerichtet, sich zu bewegen, und nicht darauf, längere Zeit herumzusitzen", so Studienleiter David Dunstan vom Herz-und-Diabetes-Institut im australischen Victoria. Ein Team um den Mediziner hatte 8800 Männer und Frauen untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2010)


Auch Pflanzen können Temperatur erfühlen

Norwich – Auch Pflanzen nehmen Temperaturschwankungen von gerade einmal einem Grad Celsius wahr und können darauf entsprechend reagieren. Das haben britische Biologen bei Versuchen mit der Ackerschmalwand herausgefunden, dem Lieblings-Modellorganismus der Pflanzengenetiker. Wie die Forscher im Fachblatt Cell berichten, entfaltet sich das in den Zellen dicht gepackte Erbgut bei steigender Temperatur, wodurch Gene aktiviert und andere ausgeschaltet werden. Verantwortlich dafür sind sogenannte Histon-Proteine, die für die Verpackung der DNA sorgen. Die Entdeckung soll in Zukunft dazu beitragen, Nutzpflanzen gegenüber Temperaturschwankungen unempfindlicher zu machen. (tasch)

Informatikerteam knackt Rekordverschlüsselung

Bonn – Die heute gebräuchlichen Schlüssel zur Sicherung etwa von Kreditkartennummern im Internet könnten nach Erkenntnissen von Forschern schon in einigen Jahren unsicher werden. Ein internationales Team hat jetzt einen 768 Bit langen Schlüssel geknackt. Das sei eine Zahl mit 232 Stellen und damit Weltrekord, teilte die Uni Bonn mit. (DER STANDARD, Printausgabe, 9./10. 1. 2010)


Informatiker stellt neuen Pi-Dezimalstellenrekord auf

New York – Mit einem einzelnen Desktop-Computer und einer neuen Berechnungsmethode (dem sogenannten Chudnovsky-Algorithmus) will der Informatiker Fabrice Bellard einen neuen Dezimalstellenrekord bei der Kreiszahl Pi aufgestellt haben. Die Berechnungen, die samt Überprüfung 131 Tage benötigten, endeten in einer Zahl mit 2.699.999.990.000 (rund 2,7 Billionen) Stellen hinter dem Komma, mehr als 123 Milliarden mehr als der alte Rekord. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. Jänner 2010)


Das Rätsel des G-Punkts bleibt weiter ungelöst

London – Sechzig Jahre ist es her, dass Ernst Gräfenberg eine erogene "Zone in der vorderen Vaginalwand" beschrieb. Forscher vom King's College in London behauptet nun im Journal of Sexual Medicine, dass dieser G-Punkt eher Fiktion als Fakt sei: Sie haben 902 weibliche Zwillingspaare zum Thema befragt. Obwohl genetisch identisch, wichen die Antworten der eineiigen Zwillinge ähnlich stark ab wie jene der zweieiigen – Beweis, dass der G-Punkt eine subjektive Idee sei. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 7. Jänner 2010)


Männer reagieren anders auf Sex-Reize als Frauen

Kingston – Eine Zusammenfassung von 137 Studien zum Thema sexuelle Erregung kommt zum Ergebnis, dass bei Männern Kopf und Körper in Sachen Sex meist im Einklang sind. Bei Frauen sei die Sache differenzierter, so das internationale Sexologenteam in den Archives of Sexual Behavior. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 7. Jänner 2010)

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