Hohe Verluste bei Taschencomputer-Hersteller Research in Motion

4. April 2003, 15:49
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Hersteller des E-Mail-Taschencomputers "Blackberry" mit Fehlbetrag von 130 Millionen Dollar

Research in Motion (RIM), Hersteller des E-Mail- Taschencomputers "Blackberry", hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit hohen Verlusten abgeschlossen. Unter dem Strich fiel ein Fehlbetrag von 130 Mill. Dollar (121,5 Mill. Euro) an nach bereits 28,5 Mill. Dollar im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Der Umsatz legte um 4,3 Prozent auf 306,7 Mill. Dollar zu. Der "Blackberry" wird in Österreich von T-Mobile angeboten.

Im dritten Quartal minus 92,3 Millionen Euro

Der hohe Jahresverlust geht vor allem auf ein Minus von 92,3 Mill. Dollar im dritten Quartal zurück. Damals hatten Abschreibungen und ein Rechtsstreit mit dem New Yorker Internet-Unternehmen NTP die Bilanz belastet. NTP wirft RIM vor, Patente verletzt zu haben, unter anderem zur Nutzung von drahtloser Funktechnik für den E-Mail-Verkehr. Ein Gericht verurteilte RIM Ende Ende vergangenen Jahres zur Zahlung von insgesamt 23 Mill. Dollar. RIM legte Berufung ein. Für den noch nicht abgeschlossenen Fall will das Unternehmen im laufenden Jahr erneut 7 bis 8 Mill. Dollar beiseite legen.

Umsatz verbessert

Im Schlussquartal des zum 1. März beendeten Geschäftsjahres stieg der Verlust im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 12,5 Mill. Dollar. Der Umsatz wurde um fast ein Drittel auf 87,5 Mill. Dollar verbessert. Nach Angaben des Unternehmens belastete vor allem die Zahlung von 6,9 Mill. Dollar aus dem Streit mit NTP das Ergebnis. RIM ist auch in in weitere Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

Die Taschen-PCs von RIM sind vor allem für den beruflichen Einsatz in Unternehmen konzipiert. Mit Hilfe der so genannten Push-Technik laufen eintreffende E-Mails automatisch auf den mobilen PDAs ein, der Nutzer muss sie also nicht aktiv durch Einwahl in den Unternehmensserver abfragen.

Die Zahl der "Blackberry"-Abonnenten stieg nach Angaben des Unternehmens im vierten Quartal weiter 71.000 auf insgesamt 534.000. Nach Kooperationen mit T-Mobile und O2 will RIM "Blackberry" in Deutschland künftig auch zusammen mit Vodafone D2 auf den Markt bringen.(APA/dpa)

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    Der Blackberry.

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