HypoVereinsbank plant milliardenschwere Anleihe-Emission

4. April 2003, 12:01
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HVB will Vorratsbeschluss für mögliche Wandelanleihe erneuern

München - Die HypoVereinsbank (HVB), Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), über deren Kapitalbedarf seit längerem spekuliert wird, schlägt ihren Aktionären einen neuen Vorratsbeschluss für die Ausgabe von Wandelanleihen oder ähnlichen Wertpapieren vor. Der Vorschlag für die Hauptversammlung am 14. Mai soll einen Beschluss der Hauptversammlung des Jahres 2000 im selben Volumen ersetzen.

Wie aus der am Freitag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung 2003 hervorgeht, soll der gesamte Nennbetrag einer möglichen Anleihe-Emission ebenso wie beim alten Beschluss 1,5 Mrd. Euro betragen.

Spekulationen um Kapitalbedarf

Wegen des inzwischen gesunkenen Aktienkurses steigt allerdings die Zahl der Aktien, mit denen eine solche Emission zurückgezahlt würde. Im neuen Beschluss wird dafür ein genehmigtes Kapital von 125 Mio. Aktien vorgeschlagen, im alten Beschluss waren es 100 Mio. Aktien. Der neue Beschluss hätte eine Laufzeit bis 2008 und soll den alten, der bis 2005 läuft, ersetzen.

Über den Kapitalbedarf der in die Branchenkrise geratenen zweitgrößten deutschen Bank wird seit längerem spekuliert. Eine Zeitung hatte im Februar berichtet, die Bank erwäge eine milliardenschwere Zwangswandelanleihe. Die Bank hat zuletzt angekündigt, sie wolle sich durch einen Teil-Börsengang ihrer profitablen Tochter Bank Austria neues Geld verschaffen.

Kredit-Verbriefungen fortgesetzt

Die HVB setzt unterdessen ihre Kredit-Verbriefungen fort, mit denen sie ihre Risiko-Position im laufenden Jahr deutlich verbessern und das Eigenkapital entlasten will. Die HVB verbriefe in der ersten Transaktion des Jahres 2003 rund 4,8 Mrd. Euro an Immobilienkrediten, teilte die zweitgrößte deutsche Bank am Freitag in München mit.

Bei dieser Verbriefung (securitization) würden die Risiken aus rund 55.000 privaten Immobiliendarlehen in synthetischen Wertpapieren verbrieft und am Markt platziert, erklärte die HVB. Dadurch sänken die die gewichteten Risiko-Aktiva (risk weighted assets) der Bank um 1,8 Mrd. Euro.

Im vergangenen Jahr hatte die HVB nach eigenen Angaben 20,5 Mrd. Euro verbrieft und damit ihre Risiko-Aktiva um 12,5 Mill. Euro verringert. "Für das Jahr 2003 strebt die HVB Group eine weitere deutliche Steigerung des Securitization-Volumens an", teilte die Bank mit.

Die HVB, die mit 440 Mrd. Euro mehr Kredite in den Büchern hat als jedes andere Institut in Europa, will die Risiko-Aktiva im laufenden Jahr durch Verbriefungen und Verkäufe von Beteiligungen um 45 Millionen Euro senken. Damit will sie für Rating-Agenturen wieder kreditwürdiger werden. Sieben Mrd. Euro haben sie seit Jahresbeginn schon abgebaut, hatte die Bank in der vergangenen Woche erklärt. (APA/Reuters)

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