IHS: "Längst fälliger Schritt"

3. April 2003, 14:08
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25-prozentige Maximal-Steuer auf nicht entnommene Gewinne begrüßt - ÖVP-Wirtschaftsbund sieht Problem der mangelnden Eigenkapitalausstattung der Betriebe jetzt "deutlich entschärft"

Wien - Als "längst fälligen Schritt" hat der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Bernhard Felderer, am Donnerstag die von der Regierung fixierte und ab 2004 geltende 25-prozentige Maximal-Steuer auf nicht entnommene Unternehmensgewinne bezeichnet. Für ihn sei es immer eine "merkwürdige Situation und eine steuerpolitische Fehlleistung" gewesen, dass Kapital, das im Unternehmen bleibt, höher besteuert werden konnte (bis 50 Prozent) als 'totes' Kapital wie Sparbucheinlagen (25 Prozent), sagte Felderer heute in Wien.

Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf (ÖVP) sieht durch die neu geregelte Besteuerung von nicht entnommenen Firmengewinnen nun eines der Hauptprobleme des Standortes Österreich, die mangelnde Ausstattung der heimischen Betriebe mit Eigenkapital, "deutlich entschärft". Für Kopf ist die künftige steuerliche Erleichterung ein "wirklicher Wurf", der vielen Betrieben eine verbesserte Eigenkapitalsituation bringen werde.

Österreich liege derzeit mit einer Eigenkapitalquote von 28 Prozent an der vorletzten Stelle in der EU, sagte Kopf. Besonders betroffen seien die heimischen Kleinbetriebe, von denen 82.000 buchmäßig überschuldet seien. Insgesamt würden 65 Prozent der österreichischen Unternehmen auf Kredite zugreifen, im EU-Durchschnitt seien es nur 46 Prozent. Dazu komme der äußerst niedrige Anteil von externem Risikokapital in Österreich. "Ist externes Risikokapital innerhalb der EU für neun Prozent der Klein- und Mittelbetriebe relevant, sind es in Österreich lediglich ein Prozent", so Kopf weiter.(APA)

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