Autoland Österreich

2. April 2003, 13:24
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Der heimische Pkw-Bestand steigt bis 2010 um gut 20 Prozent - Kraftstoffverbrauch soll auf unter fünf Liter je 100 Kilometer sinken - mit Infografik

Wien - Bis 2010 wird sich der Pkw-Bestand in Österreich um mindestens 20 Prozent auf 4,8 Mio. Autos erhöhen, unter günstigen Wirtschaftsbedingungen könnte die Pkw-Zahl bis dahin sogar um fast 30 Prozent auf 5,2 Mio. klettern. Dies geht aus einer vom ÖAMTC gemeinsam mit Shell Austria am Mittwoch vorgestellten Studie hervor. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von neuen Pkw könnte von derzeit etwa 8 auf unter 5 Liter pro 100 Kilometer zurückgehen, meinen die Studienautoren.

Zu Grunde liegen den Untersuchungen zwei mögliche Entwicklungen in der Zukunft. Erstens das Wachstums-Szenario "One World", bei dem sich eine Weltwirtschaft nach US-Vorbild herausbildet. Das zweite Szenario "Kaleidoscop" geht hingegen von zunehmender Skepsis gegenüber Liberalisierung und Globalisierung mit einer Rückkehr zu traditionellen Werten aus. Beide Szenarien basieren auf einem Bevölkerungsstand von 8,3 Mio. Österreichern bis 2020.

2020 5,15 Millionen Autos

Nach dem moderaten Wachstumsszenario würde sich der Pkw-Bestand von derzeit 4 Mio. Autos auf mindestens 4,83 Mio. erhöhen. Bis 2020 würde die Pkw-Zahl auf 5,15 Mio. Pkw steigen. Das Wachstumsszenario rechnet sogar mit einem noch stärkeren Anstieg auf 5,12 Mio. bis 2010 bzw. 5,87 Mio. Autos bis 2020.

Die Pkw-Neuzulassungen sollen beim Szenario "One World" bis 2010 von derzeit rund 280.000 pro Jahr auf etwa 375.000 Autos ansteigen, dann bis 2020 relativ konstant bleiben. Das eher auf traditionelle Wert setzende Szenario "Kaleidoscop" rechnet zwar mit einem leichten Anstieg der Neuzulassungen bis 2010 auf 290.000 Fahrzeuge im Jahr, bis 2020 soll sich die Zahl der neu zugelassenen Pkw jedoch auf rund 260.000 verringern.

Wien hat niedrigste Dichte

"Die Metropole Wien weist die mit Abstand niedrigste Pkw-Dichte wie auch das geringste Wachstum auf", heißt es in der Studie. Diese "für Ballungsräume typische Entwicklung" erkläre sich durch den beengten Raum mit wenigen Parkplätzen und überfüllten Straßen.

Weiter zulegen soll auch der Anteil an Diesel betriebenen Pkw in Österreich von derzeit rund 40 Prozent auf 55 Prozent nach dem "Kaleidoscop"-Szenario bzw. auf fast 60 Prozent nach dem "One World"-Szenario. Bis 2020 sollen bis zu 65 Prozent der Fahrzeuge einen Dieselmotor besitzen. Dieselfahrzeuge sind "sparsamer und günstiger" wird begründet. Sie hätten jedoch das Image eines "Stinkers".

Benzinverbrauch soll sich senken

Deutlich sinken soll hingegen bis 2020 der Benzinverbrauch der Autos, der derzeit bei rund 8,7 Liter je 100 Fahrkilometern liegt. Das "One World"-Szenario geht für 2020 von einem Verbrauch von 7 Liter aus, "Kaleidoscop" von 6,8 Litern. Noch sparsamer sollen 2020 die Neufahrzeuge sein. Im besten Fall sollen deutlich unter 5 Litern Verbrauch je 100 Kilometer möglich sein.

"Frauen geben Gas", heißt es außerdem in der Studie: "Künftig werden mehr Frauen ein Auto besitzen als heute". Durch die Alterung der Gesamtbevölkerung werde auch der Anteil älterer Führerscheinbesitzer wachsen. Derzeit sind 42 Prozent der Führerscheininhaber Frauen - Tendenz steigend. "Die klasische Rollenverteilung - der Mann kauft und fährt das Familienauto - hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren".(APA)

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Shell

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    foto: audi
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