Scheiber-Schuh-Rätsel gelöst

30. Dezember 2009, 14:28
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Untersuchung im Labor von Atomic ergab: Einlagekeile wurden vertauscht - Formkurve der ÖSV-Abfahrer zeigt leicht nach oben

Bormio - Die Abfahrt bleibt die einzige Disziplin, in der Österreichs Ski-Herren im Olympia-Winter noch ohne Sieg sind. Dennoch scheint die Formkurve der ÖSV-Truppe nach oben zu zeigen, denn neben dem Top-Duo Mario Scheiber (als 2. wegen zu hoher Standhöhe im Schuh disqualifiziert) und Michael Walchhofer (3.) haben in Bormio auch Klaus Kröll (8.) und Hans Grugger (9.) mit ihren jeweils besten Saisonplatzierungen aufgezeigt.

Scheiber wurde Platz zwei aberkannt, weil seine Standhöhe im Skischuh um zwei Millimeter zu hoch war. Am größten war der Ärger beim Osttiroler, jener im Lager seines Ausrüsters Atomic war aber ebenfalls gewaltig. Scheibers Schuh wurde untersucht und am Mittwoch konnte das Rätsel gelöst werden.

Laut Atomic ist ein vertauschter Schuheinlagekeil schuld an der zu hohen Standhöhe im Schuh gewesen. Scheiber besitzt zwei Paar Rennschuhe mit entsprechend abgestimmten Einlagekeilen. Aus ungeklärten Gründen ging Scheiber in Bormio mit Rennschuh A, aber mit Einlagekeil B an den Start, diese Kombination überschritt jedoch die vorgeschriebenen Maße.

Walchhofer rutschte aufgrund der Scheiber-Disqualifikation erstmals in dieser Saison aufs Podest, zuvor hatte der Salzburger in der Abfahrt die Plätze 4 (Lake Louise), 5 (Beaver Creek) und 5 (Gröden) belegt. "Offenbar bin ich aktuell nur ein Fahrer für die Plätze drei bis fünf. Hoffentlich geht es für mich 2010 wieder um die Plätze eins und zwei", machte Walchhofer seine Ambitionen klar.

"Ich bin guten Mutes für die großen Aufgaben im Jahr 2010", meinte Herren-Cheftrainer Toni Giger, der sich vor allem über das Lebenszeichen von Grugger freute. "Grugger ist drauf und dran, den Anschluss zu schaffen", so Giger über den bereits mehrfach von Verletzungen zurückgeworfenen Salzburger.

Walchhofer dürfte für die Olympia-Abfahrt so wie Scheiber gesetzt sein, die drei aussichtsreichsten Anwärter auf die beiden restlichen Plätze sind Kröll, Grugger und Romed Baumann. Georg Streitberger und Christoph Gruber benötigen eine Leistungsexplosion, um noch mitzureden. Vor Olympia stehen noch die Abfahrtsklassiker in Wengen (16.1.) und Kitzbühel (23.1.) auf dem Programm. (APA)

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