Ausblicke der Privatsender: Servus, TV

29. Dezember 2009, 18:38
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Sparmeister für Bullensender, harte Zeiten für Austria 9

Wien - Mit 1. Februar wird Martin Blank Geschäftsführer von Dietrich Mateschitz' Sender Servus TV. Hauptaufgabe dürfte die wirtschaftlichere Gestion des Heimatsenders sein - schon die Produktionsqualität lässt auf das doppelte Budget von ATV schließen.

Branchenkenner schätzen es auf hohe zweistellige Millionenbeträge, manche vermuten den Servus-Jahresaufwand in den dreistelligen Millionen. Einer sagt: "Selbst wenn Blank alles vergisst, was er bei Puls 4 gelernt hat, wird er bei Servus sparen."

Servus gilt als Übungsfeld für einen geografisch größeren Plan zwischen Fernsehen und Red Bull. Auch wenn sich der dem Konsumenten aus dem privat finanzierten, öffentlich-rechtlich wirkenden Programm nicht leicht erschließt. 2010 könnte sich Servus auch langsam für mehr Sportrechte interessieren.

Während Servus mit bescheidenen 0,1 Prozent Marktanteil startete, gehen ATV und Puls 4 mit einem stattlichen Quotenpolster ins Jahr 2010. ATV dürfte seine Budgetziele im Krisenjahr 2009 erfüllt haben, aber auch die sahen rote Zahlen vor. 2010 dürfte nicht viel fetter werden, auch wenn etwas Medienförderung winkt.

Puls 4 gehört zum österreichischen Vermarkter von ProSiebenSat.1, für den auch der Blank bisher arbeitete. Die Werbefenster müssen ihn mitfinanzieren. Die Münchner Mutter hat 3,8 Milliarden Euro Schulden.

Allein durchkommen müssen vorerst die TV-Macher Conrad Heberling und Josef Andorfer mit Austria 9. Financier Burda stieg aus. Sie suchen Investoren. Mateschitz wollte bisher nicht. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 30.12.2009)

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    Martin Blank wechselt von Puls 4 zu Servus TV.

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