Marlies Schild Extraklasse

29. Dezember 2009, 14:42
84 Postings

Konkurrenz bei Weltcup-Slalom in Lienz deklassiert - Französin Aubert als Zweite bereits 1,83 Sekunden zurück - Zettel Dritte

Lienz - Marlies Schild ist zurück. Im November in Levi hat die Salzburgerin ihr Comeback im alpinen Ski-Weltcup gegeben, in Lienz und ihrem damit erst vierten Rennen nach 13-monatiger Verletzungspause gewann sie am Dienstag den Slalom mit dem Respektvorsprung von 1,83 Sekunden auf die französische Aare-Siegerin Sandrine Aubert und 2,19 auf ihre Landsfrau Kathrin Zettel. Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die trotz Handgelenksverletzung mit Schiene an den Start gegangen war, kam nur auf Platz 18, verteidigte aber die Führung im Gesamtweltcup vor Maria Riesch (GER, 14.) und Zettel erfolgreich.

21. Weltcuperfolg

Im ersten Durchgang hatte Schild bereits einen Vorsprung von 1,02 Sekunden auf Zettel herausgeholt und alte Stärke aufblitzen lassen. "Ich habe es wieder mehr gespürt, das war schon wieder sehr positiv, es wird wieder", hatte die Lebensgefährtin von Benjamin Raich mit einem Strahlen im Gesicht gemeint. Im Finale, bei dem viele Konkurrentinnen speziell am selektiven Zielhang Probleme hatten, setzte sie dann noch einmal was drauf: "Ich habe das gute Gefühl aus dem ersten Durchgang mitgenommen. Ich bin überglücklich. Es ist der schönste Sieg meiner ganzen Karriere", sagte die 28-Jährige nach dem 21. Weltcuperfolg, dem 19. im Slalom.

"Das ist unglaublich! Aber das haben wir im Training schon gesehen, dass sie gut drauf ist", sagte ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl, der glaubt, dass seine Paradesportlerin damit wieder die nötige Sicherheit zurückerlangt habe. Mandl und sein Team durften sich gleichzeitig über den ersten Sieg in einer technischen Disziplin im Olympia-Winter freuen.

Zwei Laufbestzeiten

Zweimal Laufbestzeit, das spricht eine eindeutige Sprache. Ebenso wie die Tatsache, dass Schild erst einmal zuvor bei einem Sieg mehr Vorsprung hatte - am 11. März 2007 in Zwiesel hatte sie die ex aequo zweitplatzierten Anna Ottosson (SWE) und Sarka Zahrobska (CZE) um 2,23 distanziert.

Schild hatte sich am 9. Oktober 2008 im Training auf dem Rettenbachferner bei Sölden einen Trümmerbruch sowie einen Bruch des Schienbeinkopfes im linken Unterschenkel zugezogen. Am 22. Juli 2009 stand sie erstmals wieder auf Skiern, am 14. November wurde sie in ihrem Comeback-Rennen in Levi Sechste, es folgten Platz zwei in Aspen und ein Ausfall in Aare. Den zuvor letzten Sieg hat die Slalom-Weltcupsiegerin von 2007 und 2008 am 14. März 2008 im Slalom des Finales in Bormio gefeiert. In der aktuellen Slalomwertung führt Riesch (243) vor Schild (220) und Aubert (216).

Zettel "happy"

Mit Zettel landete eine weitere Österreicherin auf dem Podest, die Niederösterreicherin bot wie im Riesentorlauf (Fünfte) am Samstag trotz erlittener Kreuzbandzerrung im rechten Knie und Schienbeinkopf-Prellung eine starke Leistung. "Es ist ein Traum und ich bin happy. Von den Schmerzen her war es erträglich", sagte die Technikerin, die die Rennen in Osttirol nach ärztlichem Okay bestritten hatte. "Sie sagten, ich kann es nicht schlechter machen, wenn ich fahre, und jetzt habe ich dann eh ein paar Tage Ruhe."

Durchgebissen hat sich am Dienstag Vonn, die mit großen Schmerzen im linken Handgelenk (Haarrisse, Hämatom) an der 18. Stelle gelandet war. Die US-Amerikanerin fuhr nach dem Sturz am Vortag im Riesentorlauf mit einer Schiene und plante nach dem Rennen einen Besuch bei Christian Fink in der Privatklinik Hochrum. Es sei schwierig gewesen, den Stock zu halten, und bei jedem Tor habe es "so weh" getan, berichtete die 25-Jährige, der es nicht gelang, die Schmerzen auszublenden.

Von den weiteren Österreicherinnen hatten Elisabeth Görgl als 32. und Bernadette Schild als 35. den Einzug in das Finale verpasst, Michaela Kirchgasser, Anna Fenninger und Carmen Thalmann waren im ersten Durchgang ausgeschieden.   (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Marlies Schild ließ den Konkurrentinnen keine Chance.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auf den weiteren Stockerlplätzen: Sandrine Aubert (li) und Kathrin Zettel (re)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die einzigen zwei ÖSV-Läuferinnen im Finale und beide am Stockerl: Schild (li) und Zettel.

Share if you care.