Weiter Ausfälle am Frankfurter Flughafen

23. Dezember 2009, 13:13
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Resultat von Wetterkapriolen an anderen europäischen Airports - Dresdner Flughafen geschlossen

Frankfurt/Main - Trotz einer fast schneefreien Nacht hat sich der seit Montag stark eingeschränkte Betrieb auf dem Frankfurter Flughafen auch am Mittwoch noch nicht wieder normalisiert. Der Flughafenbetreiber Fraport zählte bereits am Vormittag 29 gestrichene Flüge. Allerdings seien anders als an den Vortagen nicht mehr die Folgen des Schneechaos in Frankfurt der Grund für die Probleme, erläuterte Flughafen-Sprecher Jürgen Harrer. Vielmehr seien die jüngst gestrichenen Flüge das Resultat der Wetterkapriolen an anderen europäischen Flughäfen.

Fluggäste müssten daher auch den ganzen Mittwoch über trotz freier Pisten in Frankfurt noch mit gestrichenen Flügen, Verspätungen und Umbuchungen rechnen, sagte der Sprecher. "Das liegt vor allen Dingen daran, dass der Frankfurter Flughafen natürlich von der jeweiligen Situation auf den anderen europäischen Flughäfen abhängig ist. Das heißt: Auf der einen Seite läuft hier in Frankfurt der Betrieb zwar rund, an anderen Destinationen ist das aber noch nicht der Fall." Die Passagiere sollten sich mit Fragen an ihre Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften wenden.

Nach heftigen Schneefällen waren alle drei Pisten des größten deutschen Luftdrehkreuzes in der Nacht zum Dienstag für vier Stunden gesperrt worden. Nach Angaben der Fraport waren deswegen am Montag 230 und am Dienstag 134 Flüge ausgefallen. Hinzu kamen Hunderte Verspätungen und Umbuchungen. 8000 Passagiere saßen in der Nacht zum Dienstag fest - etwa 5000 von ihnen kamen in Hotels unter, der Rest übernachtete teilweise auf Feldbetten im Flughafen.

Dresdner Flughafen wegen Schneefalls geschlossen

Wegen Schneefalls hat der Dresdner Flughafen am Mittwoch den Betrieb eingestellt. Um 14.00 Uhr solle der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher. Fünf Landungen sowie sieben Starts nach Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und Wien seien gestrichen worden, sechs Flüge wurden nach Leipzig und Berlin-Tegel umgeleitet.

Probleme zeichneten sich für Bahnkunden in Deutschland auf der ICE-Strecke Berlin-Leipzig-Nürnberg-München ab: Jeder zweite ICE-Schnellzug fällt aus, die Bahn plante keinen Ersatz. Ein Sprecher von DB Bahn Vertrieb sagte, es werde in den noch fahrenden Zügen "sehr, sehr voll werden".

Verspätungen in Italien

Die Italiener hatten auch mit Schneefällen zu kämpfen. Vor allem auf den Apenninpässen nördlich von Bologna kam es zu Schwierigkeiten auf dem Autobahnnetz. Die Autobahn bei Genua musste sogar gesperrt werden. In Norditalien wurden weiterhin auch Verspätungen im Bahn- und Flugverkehr gemeldet. Wegen Eises konnten mehrere Züge vom Mailänder Hauptbahnhof nur mit großer Verspätung abfahren. Die Flughäfen der Stadt sind zwar in Betrieb, auf dem Airport Malpensa kam es jedoch zu erheblichen Verspätungen.

Die Lagunenstadt Venedig hat kurz vor Weihnachten ihren Hochwasser-Rekord des Jahres verzeichnet: Gespeist von den starken Niederschlägen der jüngsten Tiefdruckgebiete stieg das Wasser am Mittwoch in den Morgenstunden auf 143 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Ein solches außergewöhnliches "acqua alta", wie die Venezianer sagen, bedeutet, dass für mehr als die Hälfte des historischen Zentrums zumindest Gummistiefel benötigt werden.

In Süditalien kam es wegen eines starken Schirokko-Sturmes zu erheblichen Problemen. Die Schiffsverbindungen zwischen Neapel und den Inseln Capri und Ischia waren unterbrochen. Von Sizilien wurden heftige Regenfälle gemeldet.

Eisglätte gab es am Mittwoch in England, wo bei einem Busunglück in der Grafschaft Cornwall zwei Menschen starben. Alle 47 weiteren Insassen wurden verletzt, als der Bus ins Schleudern geriet. Eine Frau starb am Unfallort, eine weitere auf dem Weg ins Krankenhaus. Sechs der Verletzten befanden sich nach den Angaben in kritischem Zustand. (APA)

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