Ahmadi-Nejad sind von USA gesetzte Fristen "egal"

22. Dezember 2009, 18:50
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Teheran: "Dokument über Bombenzünder gefälscht"

Teheran/Washington - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad hat die von den USA gesetzte Frist bis zum Jahresende zur Annahme eines Vorschlags der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) im Atomstreit abgelehnt. Ahmadi-Nejad sagte, der Westen könne dem Iran so viele Fristen setzen, wie er wolle, "uns ist das egal" . Der Vorschlag sieht vor, dass der Iran den Großteil seines niedrig angereicherten Urans ins Ausland bringen lässt, um es dort zu Reaktorbrennstoff weiterverarbeiten zu lassen.

Der iranische Präsident betonte einmal mehr den zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms. Wenn der Iran eine Bombe bauen wollte, "dann wären wir mutig genug, das zu sagen" . Ahmadi-Nejad äußerte sich am Dienstag in Shiraz.

In einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC News wies er außerdem Berichte zurück, sein Land arbeite an einer wichtigen Atombomben-Komponente, einem Zünder. Dies sei grundsätzlich falsch, sagte Ahmadi-Nejad.

Die Londoner Times hatte vergangene Woche unter Berufung auf ein vertrauliches iranisches Dokument berichtet, die Regierung in Teheran habe einen Vierjahresplan für den Test eines Neutronen-Zünders, der in einer Atomwaffe die Explosion initiiert. Dies seien fingierte Papiere, die von der US-Regierung verfälscht und in die Welt gesetzt worden seien, sagte Ahmadi-Nejad weiter. Das Papier ist jedoch nicht der erste Hinweis auf ein militärisches nukleares Forschungsprogramm im Iran.

Mike Mullen für Diplomatie

In seinem Jahresbericht hat US-Generalstabschef Mike Mullen seiner Regierung empfohlen, weiter auf eine politische Lösung zu setzen. Er schließe jedoch den Einsatz militärischer Mittel nicht aus, wenngleich deren Nutzen begrenzt sei, erklärte Admiral Mullen am Montag in Washington. Die Stabilität in der Region lasse sich am besten mit politischen Mitteln erreichen. Präsident Barack Obama habe der iranischen Führung Wege aufgezeigt, auf den Bau von Atomwaffen zu verzichten, und er unterstütze diesen Kurs, erklärte der Generalstabschef. (Reuters/red, DER STANDARD, Printausgabe 23.12.2009)

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