Umweltschützer protestieren gegen Welser AC/DC-Konzert

22. Dezember 2009, 12:09
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Naturschutzbund, WWF und BirdLife fürchten um Brutkolonien seltener Vogelarten - Appell an Bürgermeister Koits und Minister Berlakovich

Umweltschützer protestieren gegen das für 22. Mai angekündigte Konzert der australischen Hardrockband AC/DC auf dem Welser Flugplatz. Die Großveranstaltung mit bis zu 80.000 Besuchern würde ein "Desaster an den Brutkolonien" seltener Vogelarten auf dem Areal anrichten, kritisierten der Naturschutzbund Oberösterreich, der WWF Oberösterreich und BirdLife Oberösterreich am Dienstag in einer gemeinsamen Presseaussendung. Sie fordern einen anderen Ort bzw. einen neuen Termin.

"Die zweitgrößte Kolonie des Brachvogels in Oberösterreich und mehr als 200 weitere Paare von gefährdeten Bodenbrütern dürfen nicht den ökonomischen Interessen der Veranstalter geopfert werden" erklärte Hans Uhl von BirdLife. Der Welser Bürgermeister Peter Koits habe bei den bisherigen Vereinbarungen mit den Veranstaltern offensichtlich ignoriert, dass am Tag des Konzerts Vögel am gesamten Gelände verteilt auf ihren Nestern sitzen oder Küken groß ziehen.

Appell an Bürgermeister Koits und Minister Berlakovich

Der gesamte Nachwuchs "dieser bedeutendsten Wiesenvogelkolonie im oberösterreichischen Zentralraum" würde durch die Veranstaltung mutwillig zerstört, so Josef Limberger vom Naturschutzbund. "Wie zum Hohn" falle der 22. Mai genau auf den international ausgerufenen "Tag der Artenvielfalt". "Das ist keine rein oberösterreichische Angelegenheit mehr", erklärte Bernhard Kohler vom WWF. Umweltminister Niki Berlakovich müsse handeln, sollten die Verantwortlichen nicht von ihrem Vorhaben abrücken.

Der Kartenverkauf laufe seit 16. Dezember ohne jede ökologische Begutachtung oder naturschutzrechtliche Genehmigung für die Veranstaltung, kritisierten die Aktivisten. Den Betreibern des Flugplatzes, dem Verein "Weiße Möwe", seien durch Verträge mit dem Magistrat leider die Hände gebunden. Sie müssten die Abhaltung von derartigen Veranstaltungen dulden. Die Umweltschützer verlangen von Koits die Kündigung der bisherigen Vereinbarungen zum Veranstaltungstermin bzw. die Einhaltung des oberösterreichischen Naturschutzrechtes.

Das Konzert würde zu diesem Zeitpunkt an diesem Standort jedenfalls die geltende Artenschutzverordnung grob verletzen, sind sie überzeugt. Schon ab Mitte Juli wäre es auf dem Flughafengelände aus Sicht des Vogelschutzes denkbar, ein Konzert durchzuführen. Sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden, können sich die drei Verbände internationale Protestnoten, Amtshaftungsklagen und Demonstrationen beim Konzert selbst vorstellen. (APA)

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    AC/DC wollen in Wels rocken, das könnten den Vögeln weniger gefallen.

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