Europaweit zahlreiche Flüge gestrichen

21. Dezember 2009, 14:01
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Über 700 Menschen mussten Nacht auf Flughafen Schiphol bei Amsterdam verbringen - Weiterhin erhebliche Verspätungen

Amsterdam - In Europa sind wegen der Kälte zahlreiche Flüge gestrichen worden. Mehr als 700 Menschen mussten etwa die vergangene Nacht auf dem Airport Schiphol bei Amsterdam verbringen. Ihre Flüge waren wegen des Winterwetters gestrichen worden. Auch am Montag müsse mit erheblichen Verspätungen sowie mit der Annullierung von Flügen gerechnet werden.

Betroffen seien vor allem Ziele in Europa, die wegen anhaltenden Winterwetters nicht oder nur eingeschränkt angeflogen werden könnten. Bei interkontinentalen Flügen gebe es hingegen kaum Probleme. Allen Flugreisenden wurde erneut geraten, sich über eventuelle Verspätungen oder Streichungen zu informieren, ehe sie zum Airport fahren.

In Rotterdam, Den Haag und weiteren Städten der Niederlande fielen am Montag erneut auf vielen Linien der Busverkehr aus. Als Grund nannten Betreibergesellschaften Gefahren durch Glatteis. Zudem seien etliche Schneeverwehungen noch nicht geräumt worden, so dass Busse nicht an ihre Ziele gelangen könnten. Auf Autobahnen und Fernverkehrsstraßen bildeten sich lange Staus.

Bahnchaos in Italien

In Italien sorgt die Kältewelle für chaotische Zustände im Bahnverkehr. Wegen heftiger Schneefälle im Norden und am Apennin mussten Dutzende Verbindungen gestrichen werden. Am kritischsten war die Lage am Montag im Friaul, im Veneto und in der Lombardei. Auf der Linie Venedig-Triest kam es zu Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Im Friaul wurden 22 Zugverbindungen gestrichen, weil sich die vereisten Türen nicht öffneten. Am Hauptbahnhof von Rom verbrachten 600 Passagiere die Nacht in einem Wartesaal, weil ihr Zug nach Turin erst in der Früh abfahren konnte.

Wegen des Eises kam es zu erheblichen Verspätungen bei den Zugabfahrten in Mailand. Nach Angaben der italienischen Bahngesellschaft Trenitalia wurden am Montag wegen der schwierigen Wetterbedingungen 350 Züge gecancelt. "Wir befinden uns in einem Notzustand, wir sind jedoch das einzige europäische Land, das keine Teile des Bahnnetzes schliessen musste", erklärte der Präsident der italienischen Staatsbahnen, Mauro Moretti. Er warnte vor der Gefahr, dass wegen Stromproblemen die Züge auf der Strecke stecken bleiben könnten. Moretti riet den Passagieren, bei Langstreckenfahrten Lebensmittel und Decken mitzunehmen.

Minus 16 Grad in Cortina

Wegen Kälte und Schnee blieben im Veneto mehrere Schulen geschlossen. In den lombardischen Städten Monza und Como bleiben die Schulen auch am Dienstag zu. Im Dolomitenort Cortina d'Ampezzo wurden minus 16 Grad gemeldet. In Mailand wurde ein Obdachloser tot aufgefunden. Zu erheblichen Problemen kam es auf dem Flughafen von Bologna. Maschinen konnten wegen vereister Pisten und Schneefälle nicht starten. In einigen Gemeinden am Apennin wurden in der Nacht auf Montag minus 25 Grad erreicht. Schneefälle wurden auch in Florenz gemeldet. Weitere Schneefälle seien noch im Laufe des Tages zu erwarten, warnten Wetterexperte.

Die Kältewelle erreichte sogar Sizilien. Vom Vulkan Ätna wurden Temperaturen von minus drei Grad gemeldet. In der Nacht fielen fünf Zentimeter Schnee. Eis sorgte für Schwierigkeiten auf der Autobahn zwischen Palermo und Catania.

Schnee löste Verkehrschaos in Mittelspanien aus

In Teilen Spaniens haben Kälte, Eis und Schneeglätte am Montag ein Verkehrschaos ausgelöst. Am stärksten war die Gegend von Madrid betroffen. Auf den wichtigsten Zufahrtsstraßen zur spanischen Hauptstadt brach nach heftigen Schneefällen der Verkehr völlig zusammen. Die Behörden appellierten eindringlich an die Madrilenen und die Bewohner der umliegenden Ortschaften, die Autos stehen zu lassen.

Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn von Madrid nach Sevilla, Malaga und Barcelona musste der Zugverkehr zeitweise unterbrochen werden. Auf dem Flughafen Madrid-Barajas wurden mehrere Flüge abgesagt. In der Nacht war in Nordspanien in Burgos eine Temperatur von minus 17 Grad und in Leon von minus 15 Grad gemessen worden. Am Montag flaute die Kälte ab. Stattdessen hielten Schnee- und Regenunwetter in Spanien Einzug. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Schneepflug im Einsatz auf dem Flughafen Schiphol bei Amsterdam.

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