21-Jähriger erstach Ex-Lehrerin auf offener Straße

20. Dezember 2009, 21:31
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Motiv vermutlich verschmähten Liebe - Nach eigener Darstellung soll er die Lehrerin seit längerem verfolgt haben, er hatte sogar einen GPS-Sender an ihrem Auto befestigt

Bremen - Das Bremer Amtsgericht hat Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen, der am Freitag seine ehemalige Lehrerin auf offener Straße erstochen hatte. Wie die Bremer Polizei mitteilte, erließ das Gericht entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl "wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen", nachdem der 21-Jährige auch gegenüber dem Richter das ihm zur Last gelegte Verbrechen zugegeben haben soll.

Ende einer verschmähten Liebe

Laut Spiegel Online handelt es sich um das tragische Ende einer verschmähten Liebe: Der 21-jährige, psychisch auffällige Ex-Schüler hatte der Lehrerin seit April nachspioniert und ihr am Freitag in der Nähe ihrer Wohnung aufgelauert und sie mit mehr als 20 Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Heike B. starb noch am Tatort. Auch ein Zeuge, der helfen wollte, konnte ihren Tod nicht verhindern. Wie Staatsanwalt Uwe Picard erklärte, habe der mutmaßliche Täter selbst die Polizei angerufen, seinen Namen genannt und gesagt: "Ich habe einen Menschen umgebracht. Ich habe meine Waffe niedergelegt. Bitte holen Sie mich ab."

Mit GPS-Sender verfolgt

Der Polizei sagte er, dass er "mehrere tausend Fragen" an die Frau vorbereitet habe. Dabei hätte es auch um Nähe und Sexualität gehen sollen. Nach eigener Darstellung soll er die Lehrerin seit längerem verfolgt haben, er hatte sogar einen GPS-Sender an ihrem Auto befestigt. Mit den Koordinationsdaten verfolgte er das Fahrzeug bis auf den Parkplatz in der Nähe der Wohnung der 35-Jährigen. Dort wollte er Heike B. zur Rede stellen und sie in eine benachbarte Wohnung drängen, doch dieser Plan scheiterte an der Gegenwehr der Frau.

Einzelgänger

Heike B. hatte sich bereits im Jänner 2008 wegen des Schülers an die Polizei gewandt. Der Junge war auffällig und ein Einzelgänger. Die Lehrerin fürchtete, er könnte sich das Leben nehmen. Die Polizei ermittelte damals gegen den Schüler und fand bei einer Wohnungsdurchsuchung unter anderem Schwarzpulver und Silvesterknaller. Strafrechtlich lag gegen den jungen Mann aber nichts vor. Bild am Sonntag berichtete, dass er im März das Gymnasium verlassen musste, er sei nicht zum Abitur zugelassen worden. Im Juli habe er sich bei der Bundeswehr gemeldet.

Viele Schüler zündeten auch am Sonntag vor dem Gymnasium in Osterholz-Scharmbeck Kerzen an und legten Blumen nieder - schweigend und mit Tränen in den Augen. "Ich kann das einfach nicht glauben", sagte eine Schülerin aus der elften Klasse. (red, DER STANDARD Printausgabe 21/22.12.2009)

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