Ryanair zieht Milliarden­auftrag bei Boeing zurück

18. Dezember 2009, 15:39
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Auslöser ist ein Streit über die Lieferbedingungen

Dublin - Europas größter Billigflieger Ryanair hat den Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen wegen eines Streits über die Lieferbedingungen abgeblasen. Die irische Fluggesellschaft zog sich am Freitag wie angedroht aus den seit Wochen schleppenden Verhandlungen mit dem Airbus-Rivalen zurück. "Eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Boeing oder einem anderen Flugzeughersteller haben wir nicht geplant", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Die Iren wollten Änderungswünsche von Boeing an den Lieferkonditionen nicht mitmachen. Die Maschinen vom Typ 737-800 sollten ursprünglich zwischen den Jahren 2013 und 2016 übergeben werden.

Das Scheitern der Gespräche habe aber keine Auswirkungen auf die bestehenden Verträge über den Bezug von 112 Boeing-Flugzeugen in den kommenden drei Jahren, sagte O'Leary. Auch bei den 48 für 2010 geplanten Auslieferungen wolle Ryanair weiterhin mit dem US-Konzern zusammenarbeiten.

Zugleich kündigte O'Leary an, Ryanair werde seine Investitionen ab 2011 drosseln. Das eingesparte Geld soll demnach von 2012 bis 2015 an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Diese Nachricht wurde an der Börse in Dublin mit Freude aufgenommen: Die Ryanair-Aktie kletterte 5,5 Prozent.

Analysten zufolge dürfte es die Fluglinie schwer haben, ihre langfristigen Bilanzziele zu erreichen, sollte sie ihren Wachstumskurs zurückfahren oder einstellen. Die Folge könnten höhere Gebühren und Preise sein. "Angesichts der ohnehin niedrigen Kostenbasis dürften weitere deutliche Einsparungen nur schwer zu bewerkstelligen sein", schrieb das Brokerhaus Arbuthnot. (APA/Reuters)

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    Ryanair-Chef Michael O'Leary kündigte an, bei den Investitionen im nächsten Jahr sparen zu wollen.

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