Grünes Licht für Ben Bernanke

17. Dezember 2009, 16:34
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Eine zweite Amtszeit für den US-Notenbankchef ist fix, auch wenn Kritiker der Fed vorwerfen, die Krise mitverursacht zu haben

Washington - Eine zweite Amtszeit für US-Notenbankchef Ben Bernanke ist fix: Trotz teils harscher Kritik von Kongressabgeordneten galt das Grüne Licht durch den Bankenausschuss des Senats am Donnerstag schon zuvor als beschlossene Sache. Die Zustimmung der gesamten Kongresskammer für eine weitere, vierjährigen Amtszeit war nur noch Formsache.

Der mächtigste Notenbanker der Welt steht vor immensen Aufgaben, nach dem Öffnen aller geldpolitischen Schleusen, die Zügel wieder zu straffen, ohne die Wirtschaftserholung nach der tiefen Krise abzuwürgen.

Der 56-Jährige war bei verschiedenen Anhörungen im Kongress wegen seiner Rolle im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise teils heftig angefeindet worden. Kritiker werfen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) vor, ihre Aufgaben der Bankenaufsicht vernachlässigt und Finanzinstitutionen wie den Versicherungsriesen AIG, die durch Milliarden-Zockereien in die Krise geraten waren, gerettet zu haben. Zudem wird der Notenbank angelastet, die Krise erst durch eine zu lange Periode billigen Geldes mit verursacht zu haben.

Unabhängigkeit der US-Zentralbank

Das Abgeordnetenhaus verabschiedete bereits eine Gesetzesvorlage, nach der Fed-Entscheidungen künftig von einer Untersuchungsstelle des Kongresses geprüft werden sollen. Bernanke lehnt das als Eingriff in die Unabhängigkeit der US-Zentralbank strikt ab.

Der Fed-Chef war erst am Mittwoch vom angesehenen US-Nachrichtenmagazin "Time" zur "Person des Jahres" 2009 gekürt worden. "Die Rezession war die Story des Jahres. Ohne Ben Bernanke (...) wäre alles viel schlimmer gekommen", hieß es zur Begründung.

Bernanke hatte als Reaktion auf die schwerste Finanzkrise seit der Großen Depression des vorigen Jahrhunderts nicht nur den Leitzins auf ein historisches Tief von knapp über Null Prozent gedrückt. Unter seiner Führung pumpte die Fed Billionen von Dollar in das Finanzsystem, legte zahlreiche Darlehensprogramme auf und versuchte mit allen Mitteln, einen zum Stillstand gekommenen Kreditfluss in Gang zu bekommen.

Der in den Fachwelt wegen seiner Forschung über die Ursachen der Großen Depression in den 30er Jahren hoch angesehene, frühere Princeton-Professor war 2006 von US-Präsident George W. Bush als Nachfolger von Alan Greenspan an die Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt geholt worden. Präsident Barack Obama nominierte ihn dann im Sommer dieses Jahres erneut. "Ben ist einem vor dem Kollaps stehenden Finanzsystem mit Ruhe und Weisheit begegnet und hat mit kühnem Handeln und unkonventionellem Denken geholfen, unseren wirtschaftlichen Absturz abzubremsen", sagte Obama damals. (APA)

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    Ben Bernanke war erst am Mittwoch vom angesehenen US-Nachrichtenmagazin "Time" zur "Person des Jahres" 2009 gekürt worden.

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