Schütze bedauert nur "Da­zwischen­kommen" des Opfers

17. Dezember 2009, 12:48
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Im Bezirksgericht wurde noch am Mittwoch eine Sicherheitsschleuse installiert

Hollabrunn - Nach dem tödlichen Schuss am Mittwoch auf eine Gerichtsangestellte im Bezirksgericht Hollabrunn ist der Tatverdächtige stundenlang einvernommen worden.

Der 57-Jährige Zeichenlehrer sei grundsätzlich geständig, so Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamts NÖ (LKA). Er unterstrich im Verhör immer wieder seinen Ärger über die Justiz, aber habe eigentlich keine Reue gezeigt. Er bedauerte aber das "Dazwischenkommen" der 42-Jährigen, so Oberst Franz Polzer. Die Frau starb durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe.

Der zum Tatzeitpunkt schwer alkoholisierte Mittelschullehrer erklärte, dass er es auf die Richterin abgesehen hatte, die in seinem vierten Scheidungsverfahren zuständig war. Den Vorsatz, sie aufzusuchen, habe er "am Vortag" gefasst. "Der Mann fühlte sich benachteiligt und hatte das Gefühl, dass ihm die Justiz kein Gehör schenkte. Der Mann gab auch an, verschuldet zu sein", erklärte Oberst Polzer.

Polizei war in vier Minuten am Tatort

Die Tatortgruppe war bis in den späten Abend mit der Sicherung der Spuren beschäftigt. Der Tatort bleibt auch am Donnerstag abgesperrt.  Die Sachverhaltsaufnahme werde spurentechnisch keine Fragen offen lassen, so  Polzer. Er strich nochmals das rasche Einschreiten der Polizei hervor, die innerhalb von nicht einmal vier Minuten nach dem Alarm eintraf und den Verdächtigen festnahm.

Nur Minimalbetrieb in Hollabrunn

Am Bezirksgericht Hollabrunn gibt es derzeit nur Minimalbetrieb, so der Präsident des Landesgerichts Korneuburg, Wilhelm Tschugguel. Allen Beschäftigten sei freigestellt worden, heute und morgen nicht zur Arbeit zu kommen. Den Tatort mit den noch vorhandenen Spuren zu sehen sei unzumutbar.

Sicherheitsschleuse installiert

Noch am Mittwoch wurde eine Sicherheitsschleuse installiert. "Solche Schleusen sollten wirklich an allen Bezirksgerichten in Österreich eingerichtet werden", erklärte Tschugguel. (APA)

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    Die Spurensicherung ist noch voll in Gang. Allen Beschäftigten wurde freigestellt nicht zur Arbeit zu kommen. Den Tatort mit den noch vorhandenen Spuren zu sehen sei unzumutbar, erklärte der Präsident des Landesgerichts Korneuburg, Wilhelm Tschugguel

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