Sechs Industriestaaten bieten 2,41 Milliarden Euro

16. Dezember 2009, 21:08
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Programm soll Beitrag zu Klima- und Artenschutz leisten - Kerry: Klimagipfel große Chance für USA

Kopenhagen - Sechs Industriestaaten haben auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen am Donnerstag zusammen 3,5 Milliarden Dollar (2,41 Milliarden Euro) für den Schutz von Wäldern angeboten. "Aktionen, um Emissionen von Wäldern zu verringern, tragen zur Stabilisierung des Klimas bei, sichern Existenzgrundlagen, helfen bei der Bewahrung biologischer Vielfalt und befördern die wirtschaftliche Entwicklung", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Beteiligt an dem Programm, das zunächst von 2010 bis 2012 geplant ist, sind die USA, Australien, Norwegen, Großbritannien, Frankreich und Japan.

Das Programm wird als "Anfangsinvestition" beschrieben, die solchen Entwicklungsländern zugute kommen soll, die ihrerseits ehrgeizige Pläne zur Bewahrung ihrer Wälder vorlegen. Dabei könnten je nach Erfolg der Maßnahmen die Mittel später noch aufgestockt werden. Wälder gelten als "CO2-Senken", da sie Treibhausgase speichern. Umgekehrt trägt die Abholzung besonders der tropischen Regenwälder massiv zur globalen Erwärmung bei.

Der Waldschutz ist in Kopenhagen auch Gegenstand der Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen, die auch in diesem Punkt aber bisher kaum vorankamen. Zudem würde ein solches Abkommen erst nach 2012 wirksam werden. Waldschutzprogramme gibt es auch im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt. Die Anrainerstaaten des Amazonas hatten sich im Vorfeld der Kopenhagener Konferenz zu einem besseren Schutz ihrer Wälder bereit erklärt, dafür aber zugleich finanzielle Unterstützung der Industriestaaten gefordert.

US-Senator John Kerry sieht eine Einigung beim Kopenhagener Klimagipfel als Chance auf "Riesenfortschritte" für die USA. Kurz vor der Ankunft von Außenministerin Hillary Clinton und Präsident Barack Obama meinte der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Demokraten am Mittwoch in Kopenhagen weiter: "Wir bewegen uns jetzt in den USA wie in den letzten zehn Jahren nicht."

Damit die Regierung von Obama aber entsprechende Vereinbarungen auch parlamentarische durchsetzen könne, müssten andere Länder in Kopenhagen "mehr Bewegung zeigen", darunter vor allem China. Sollte es zu einer Einigung kommen, werde dies gerade auch in den USA "technologische Veränderungen in Gang setzen, von denen man heute nicht zu träumen wagt". (APA/AFP)

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