Unterrichtsministerium tappt bei Landeslehrern im Dunkeln

10. Dezember 2009, 13:16
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Schmied kann Grünen-Anfrage zu Lehrern an geschlossenen Kleinstschulen nicht beantworten

Wien - Sag mir, wo die Lehrer sind: Das Unterrichtsministerium tappt bei der der Verwendung der Landeslehrer im Dunkeln, wie die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage erneut aufgezeigt hat. Grünen-Bildungssprecher Harald Walser wollte u.a. wissen, wie viele Landeslehrer durch den Bund finanziert werden, obwohl sie nicht im Schulbereich tätig sind bzw. wie viele Lehrer bis zur Pensionierung weiter an Kleinstschulen beschäftigt werden, obwohl diese bereits geschlossen sind. Das Ministerium verweist in seiner Beantwortung darauf, dass diese Fragen in die Zuständigkeit der Länder fallen. "In vielen Bereichen ist der Informationsfluss nicht gegeben", heißt es aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ).

"Zweck der Anfrage war es, schriftlich zu bekommen, dass die Ministerin nicht in der Lage ist zu sagen, wo es Schulen mit Lehrern, aber ohne Kinder gibt", so Walser. Er betonte allerdings, dass Schmied dafür nichts könne: "Das Ministerium erhält einfach keine Auskünfte von den Ländern." Schuld daran sei die intransparente und ineffiziente Schulverwaltung, die den "Landesfürsten" freie Hand lasse.

Argument für rasche Verwaltungsreform

Auch im Unterrichtsministerium sieht man diese Informationslücke als eines der Hauptargumente für eine rasche Verwaltungsreform im Schulbereich. Controlling zum Einsatz von Lehrern an Volks- Haupt- Sonder-, Berufs- und Polytechnischen Schulen sei derzeit nur rückwirkend möglich und auch dann "sehr nebulös". Grund sei, dass die Landeslehrer im Budget des Unterrichtsministeriums nicht als Personalaufwand, sondern als Teil des Sachaufwands im Schulbereich gelten. Über die Verwendung der Mittel entscheiden ausschließlich die Länder, das Ministerium könne daher auch nicht sagen, wie viele Pädagogen für Tätigkeiten außerhalb des Klassenzimmers, etwa in der Verwaltung, abgezogen werden.

Laut Zahlen der Statistik Austria für das Schuljahr 2007/08 (jüngste verfügbare Daten) sind rund 76.000 der insgesamt ca. 120.000 Lehrer an allgemeinbildenden und berufsbildenden Pflichtschulen tätig und fallen damit in die Zuständigkeit der Länder. Die meisten Landeslehrer gibt es mit knapp 15.000 in Oberösterreich, gefolgt von Niederösterreich (rund 14.000) und Wien (rund 12.000). (APA)

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