OeNB hebt BIP-Prognose für 2010 auf 1,2 Prozent an

10. Dezember 2009, 16:49
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Für 2010 und 2011 revidierte die OeNB ihre Wachstumsprognosen deutlich nach oben, die Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Wien -Österreichs Wirtschaft ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal weniger stark gewachsen als bisher angenommen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) geht in seiner jüngsten Revision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von einer BIP-Steigerung im dritten Quartal von 0,5 Prozent aus. Anfang November - in einer Schnellschätzung - wurden noch mit +0,9 Prozent gerechnet. Auf Jahressicht ist die Wirtschaftsleistung um 2,9 Prozent zurückgegangen. Bisher ging das Wifo von einem Minus von nur 2,4 Prozent aus.

Nötig gemacht hätte diese Revision die Tatsache, dass sich Bauwirtschaft und Sachgüterproduktion laut den jüngsten Daten weniger günstig entwickelt hätten, so die Wirtschaftsforscher. Die Aufwärtstendenz der österreichischen Wirtschaft werde jedoch auch durch die nun vorliegende Gesamtrechnung bestätigt.

OeNB hebt Prognosen

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat indes ihre Konjunktur-Prognosen für die kommenden Jahre angehoben. Für die 2010 und 2011 wird mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,2 beziehungsweise 1,6 Prozent gerechnen. Gegenüber den Prognosen vom Juni diesen Jahres bedeutet das eine Anhebung der Aussichten um 1,6 beziehungsweise 0,4 Prozentpunkte. "Die Revisionen basieren jedoch zum Teil auf temporären Faktoren. Die mittelfristigen Wachstumsaussichten werden infolge der Finanzkrise nach wie vor als gedämpft eingeschätzt", kommentiert OeNB Gouverneur Nowotny die aktuelle Prognose in einer Aussendung.

Im laufenden Jahr werde die österreichische Wirtschaft um 3,5 Prozent schrumpfen, erwartet die OeNB. Die österreichische Wirtschaftsleistung wird Ende 2011 immer noch leicht unter dem Niveau vor Ausbruch der Krise liegen. Bei Exporten und Ausrüstungsinvestitionen wird es noch länger dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden wird.

Der österreichischeExport gewinne dank der seit Sommer zu beobachtenden allmählichen Erholung des Welthandels langsam wieder an Fahrt. Für das Gesamtjahr 2009 sieht die OeNB die Exporte jedoch um 12,9 Prozent sinken. Im Vergleich zu früheren Aufschwüngen sei mit einer nur moderaten Beschleunigung des Exportwachstums zu rechnen. 

Privater Konsum nimmt zu

Auch wenn nur niedrige Wachstumsraten zu verzeichnen seien, nehme der private Konsum während des gesamten Verlaufs der Krise leicht zu, heißt es in der Aussendung weiter. Die im Frühjahr 2009 in Kraft getretene Steuerreform, die Verschrottungsprämie und der geringe Preisauftrieb im heurigen Jahr stützten die Kaufkraft der privaten Haushalte. Mit dem Auslaufen dieser aber großteils nur temporär wirkenden Faktoren sei jedoch die Gefahr einer Wachstumsabschwächung verbunden. Im Jahr 2010 werden die Arbeitnehmerentgelte aufgrund weiter steigender Arbeitslosigkeit und deutlich schwächerer Lohnabschlüsse stagnieren. Die öffentlichen Transferleistungen helfen jedoch, die Haushaltseinkommen zu stabilisieren.

Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Die Arbeitsmarkt-Lage bleibt laut den OeNB-Prognose weiterhin angespannt. Bisher seien die Arbeitsmarktreaktionen angesichts der Wirtschaftskrise relativ schwach ausgefallen. Viele Unterenhmen versuchten, ihren Beschäftigenstand zu halten. Auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, wie die Kurzarbeit, hätten die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt abgefedert. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet die OeNB mit einem Rückgang der Anzahl der unselbstständig Beschäftigten um 1,3 Prozent. Mit dem Wegfall der teils temporär wirkenden Faktoren und aufgrund arbeitsmarkttypischer Wirkungsverzögerungen müsse aber für 2010 mit einem weiteren Abbau von Beschäftigten gerechnet werden (-0,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote laut Eurostat-Definition werde von 3,9 Prozent im Jahr 2008 auf 4,7 Prozent im Jahr 2009 steigen. 2011 sei mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 5,4 Prozent zu rechnen. (red)

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    Der Nebel über der österreichischen Konjunktur lichtet sich langsam, die OeNB hebt ist Prognosen für das BIP deutlich an.

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