Putschgegner ändern Strategie

5. Dezember 2009, 00:22
17 Postings

Zelayas Anhängerschaft gibt Anspruch auf Wiedereinsetzung auf - Forderung nach Verfassunggebender Versammlung

 

Tegucigalpa - Die Anhänger des gestürzten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, dessen von der internationalen Gemeinschaft geforderte Wiedereinsetzung durch Parlamentsbeschluss verhindert worden ist, ändern ihre Strategie. Nachdem Zelaya an seinem Anspruch nicht mehr festhalte, werde man den Kampf fortsetzen, um die Wahl einer Verfassunggebenden Nationalversammlung zu erreichen, erklärte der Koordinator der "Widerstandsfront gegen den Staatsstreich", Juan Barahona, am Freitag in der Hauptstadt Tegucigalpa. Gleichzeitig kündigte er eine "Pause" bei den Straßenprotesten der Putschgegner gegen die De-facto-Machthaber an.

Die US-Regierung hatte ihre Enttäuschung über das Scheitern der Bemühungen zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras ausgedrückt. Zelaya hätte seine reguläre Amtszeit bis zum 27. Jänner zu Ende führen sollen. Allerdings hatte er zwischenzeitlich selbst die Rückkehr an die Staatsspitze abgelehnt, um den Putsch gegen ihn nicht im Nachhinein zu legitimieren, wie er sagte. Der rechtmäßige Präsident wurde Ende Juni von der Armee in einer Nacht-und-Nebel-Aktion außer Landes gebracht. Seit dem 21. September, als Zelaya nach mehreren erfolglosen Versuchen die geheime Rückkehr gelang, hält er sich in der brasilianischen Botschaft auf.

Die von den Putschisten organisierte Wahl des neuen Präsidenten Porfirio Lobo am vergangenen Sonntag wird von der Mehrheit der lateinamerikanischen Staaten nicht anerkannt. Wahlbeobachter sprachen von einer nur 20-prozentigen Beteiligung und schweren Unregelmäßigkeiten. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte die Mitgliedschaft von Honduras wegen des Putsches ausgesetzt. (APA)

Share if you care.