Die einen nicken betroffen, die anderen ignorieren

6. Dezember 2009, 18:57
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Gegen die Tschetschenen gehen die Behörden zur Zeit besonders scharf vor

Gegen die Tschetschenen gehen die Behörden zur Zeit besonders scharf vor, man hat das Gefühl, dass sie die alle möglichst schnell loswerden wollen. Dass viele der Flüchtlinge aus Tschetschenien durch ihre schrecklichen Erfahrungen sicher nicht „bessere“ Menschen geworden sind, dürfte wohl jedem klar sein, der ein bisschen nachdenkt. Und dass da sicher nichts besser und schon gar keine Probleme wirklich gelöst werden, so wie man die Leute dann bei uns behandelt, ist auch logisch. Wenn ich die Leute in mehr oder weniger rechtlose Zustände bringe, darf ich mich dann auch nicht wundern, wenn die sich dann entsprechend aufführen. Nur habe ich keine Ahnung, was ich tun soll. Wenn ich das dann den Verantwortlichen aus der Politik erzähle, dann nicken die einen betroffen, die anderen ignorieren alles, aber was Sinnvolles macht keiner, von Menschlichkeit brauchen wir ohnehin schon gar nicht mehr reden.

Offener Beinbruch

Da haben wir ein fünfjähriges tschetschenisches Kind mit einem nie ordentlich behandelten offenen Bruch, von einem Verkehrsunfall verursacht. Das Kind gehört dringend operiert, aber soll mit seiner Mutter zurück nach Polen geschoben werden. Die Mutter würde sogar freiwillig direkt nach Tschetschenien zurückkehren, wenn nur ihr Kind hier noch operiert wird, denn in Tschetschenien passiert diesbezüglich nämlich genau nichts. Nun wäre die Operation schon geplant gewesen, ein  Arzt hat sich gefunden, der das machen würde, die Kostenfrage ist auch geklärt. Und dann soll das Kind samt Mutter am Operationstag abgeschoben werden! Das konnten wir gerade noch verhindern, aber nun muss natürlich ein neuer Operationsteam gemacht werden. Wozu soll das bitte gut sein? Die Frau mit dem Kind geht ja ohnehin schon freiwillig, da können die mit der Abschiebung wohl bitte bis nach der Operation warten! 

Im Rollstuhl

Ein anderer Fall: Da kam eine Mutter (aus Tschetschenien) mit Tochter und zwei Enkelkindern zu mir. Die Tochter hat ein schweres Hüftleiden und sitzt im Rollstuhl. Die haben sie aus Traiskirchen raus geworfen. Die Tochter war dermaßen mies beieinander, die konnte kaum mehr im Rollstuhl sitzen. Sie hat bereits auf der einen Hüfte eine Operation gehabt, und am Tag der zweiten Operation wollten sie die abschieben! So geht man in diesem Land also mit hilfesuchenden Mitmenschen um!

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    foto: newald
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