Wie HTML5 das Web verändern wird

2. Dezember 2009, 10:20
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Mit dem weiterentwickelten Standard zum Schreiben von Websites soll das Web zum universellen App Store werden

Das Web hat in den vergangenen Jahren immer mehr bestimmte Aufgaben von am Computer installierter Software übernommen. E-Mail, Textbearbeitung oder Video- und Audiowiedergabe stehen online zur Verfügung. Teilweise werden jedoch eigene Plug-ins dafür benötigt, die für verschiedene Browser erst eigens entwickelt werden müssen. Mit der Weiterentwicklung von  HTML soll das bald der Vergangenheit angehören. Der Standard soll noch mehr Interaktivität und Multimedialität in den Browser bringen.

Das Web als App Store

HTML5 könnte aus dem Web den universellen App Store für alle Geräte mit einem Browser machen, wenn es von mehr Web- und Browser-Entwicklern unterstützt wird, formulieren es die Blogger von Lifehacker. Während Firefox, Safari und Chrome bereits die ersten neuen Elemente unterstützen, hinkt etwa der Internet Explorer noch hinterher. Googles browserbasiertes Betriebssystem Chrome OS stützt sich ebenfalls auf HTML5. Welcher Browser - bzw. welche Browser-Engine - welche neuen Elemente bereits unterstützt, ist in einer übersichtlichen Wikipedia-Liste zusammengefasst.

Die wichtigsten Änderungen

Zu den ersten wichtigen Neuerungen von HTML5 zählen Offline Storage, Canvas, Unterstützung für Video- und Audio-Streaming, Geolocation und intelligentere Webformulare. So können dank Offline Storage Webapplikationen inklusive Datenbanken auf dem Computer offline gespeichert werden. Canvas ist ein Element, das es ermöglicht interaktive Elemente auf einer Seite einzubinden, beispielsweise Spiele oder eine Zeichenfläche. Mit den neue Video- und Audio-Tags sollen Multimedia-Inhalte ohne zusätzliches Plug-In wie Flash integriert werden. Hier wird allerdings noch gestritten mit welchem Codec das letztendlich geschehen soll. Mit Geolocation liest der Browser den Aufenthaltsort des Websurfers aus und kann die Infos beispielsweise für eine lokale Eingrenzung von Suchergebnissen oder Status-Update von Social Media-Seiten nutzen. Letztendlich soll HTML5 eine einfachere Entwicklung von interaktiven Webanwendungen ermöglichen, die auf jedem Browser ohne Zusatzsoftware genutzt werden können.


Beispiele

Wer selbst sehen will, was mit den neuen HTML5-Elementen möglich ist, benötigt natürlich einen Browser, der den neuen Standard bereits unterstützt. Auf html5demos.com findet man eine Liste mit einigen der neuen Features und von welchem Browser sie unterstützt werden. Lifehacker hat noch weitere Beispiele gelistet. YouTube bietet eine Testseite, die bereits das Video-Element nutzt, allerdings funktioniert das vorerst nur unter Safari und Chrome. Google hat auf der I/O-Konferenz einen Blick in die Zukunft von HTML5 geworden. In dem einstündigen auf YouTube verfügbaren Video erhält man einen guten Einblick über die Entwicklung.

Kurz vor Fertigstellung

Noch ist der HTML5-Standard nicht abgesegnet, da es noch offene Frage gibt wie etwa die bereits erwähnte Codec-Frage beim Video-Element. Projektbetreuer Ian Hickson von Google hat vor kurzem in einem Blog-Eintrag allerdings geschrieben, dass man sich nun der Fertigstellung nähere. (br)

 

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    HTML5 für die Next Generation der Webseiten

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