Mehrheit der Schweizerinnen für Verbot

30. November 2009, 18:55
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Schweizer PolitologInnen sehen wichtige Rolle von Feministinnen: Schriftstellerinnen wie Julia Onken unterstützten die Initiative

Bern - Schweizer PolitologInnen messen den Frauen eine wichtige Rolle bei der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative an. Über die Hälfte der stimmberechtigten Bürgerinnen von links bis rechts hätten sich für das Minarett-Verbot ausgesprochen. Ein wichtiger Grund seien frauenpolitische Argumente gewesen. Obwohl diese Frauenthemen von der sonst wertkonservativen Rechten eingebracht worden sind, scheinen sie bei den Frauen Befürchtungen geweckt zu haben.

Aktivierung von Ängsten

Die symbolische Minarett-Frage habe zahlreiche Ängste in der Bevölkerung aktiviert, sagte der Zürcher Politologe Michael Hermann in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps. "Ich kann mir vorstellen, dass Frauen, die den Islam mit Kopftüchern, der Scharia und der allgemeinen Unterdrückung der Frauen in Verbindung bringen, für ein Minarett-Verbot gestimmt haben, hielt Hermann fest.

Bekannte Frauen machten für Abstimmung mobil

Die Politologin Regula Stämpfli ist überzeugt, dass viele Frauen, auch von links und mit feministischer Gesinnung, mit ihrer Ja-Stimme ein Zeichen setzen wollten, wie sie der Nachrichtenagentur sda sagte. Dies veranschaulichte Stämpfli anhand der Aktion der Autorin und Feministin Julia Onken. Die Schriftstellerin hatte im Vorfeld der Abstimmung rund 4.000 Mails verschickt, in denen sie die Frauen dazu ermutigte, für ein Minarett-Verbot zu stimmen.

Auch die Doppelmoral der SVP und EDU, die in ihren Parteiprogrammen ein rückständiges Frauenbild propagierten, hätte die Feministinnen nicht zu einem Meinungsumschwung motiviert, hielt Stämpfli fest. Ein ähnliches Phänomen beobachtete sie in den Niederlanden und in Belgien, wo Rechtsparteien mit Argumenten der geschlechtlichen Gleichstellung gegen die Immigration Stimmung machten.

Instrumentalierung des Frauenbildes

"Das Bild der Frau wurde in der ganzen Abstimmungsdebatte instrumentalisiert, sagte Mallory Schneuwly Purdie, Spezialistin für Religionen an der Universität Lausanne. Das Abstimmungsverhalten sei "paradox" gewesen. Als Beispiel nannte sie die BefürworterInnen einer Trennung von Staat und Religion, welche die Initiative im Namen der Laizität unterstützt hatten. (APA/sda)

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    Mit diesem umstritttenen Plakat warb die SVP für ihre Initiative.

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