Ohne Drehung, dafür mit Loch

30. November 2009, 16:43
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Ein Fabrikationsfehler sei laut Architektenkammer schuld daran, dass sich das "neue Wahr­zeichen" immer noch nicht bewegt

Linz - Das Linz09-Projekt "Linzer Auge", das als "das neue Wahrzeichen der Stadt" angepriesen wurde, dreht sich selbst nach einer Reparatur am Montag immer noch nicht. Nach Auskunft der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten in Oberösterreich sei ein Fabrikationsfehler in Bratislava schuld daran.

Eigentlich hätte die Aussichtsplattform schon im Mai in Betrieb genommen werden sollen. Zuerst hat das Hochwasser den Transport von Bratislava nach Linz verhindert, dann waren es Belagarbeiten, die der rechtzeitigen Inbetriebnahme einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Als das Auge dann endlich da war, drehte es sich nicht. Nach der Reparatur funktioniert es jetzt nur mit Hilfe von Muskelkraft, was nicht im Sinne des Erfinders ist.

Nun wolle man versuchen, die schwimmende Stahlkonstruktion durch Sandsäcke auszutarieren. Wenn das nicht ausreichen sollte, müsse man unter Umständen die Antriebselemente vergrößern, so die Kammer. Wie lange das dauern könnte und wie viel Mehrkosten durch die nicht endenwollenden Pannen entstanden sind, konnte man bei der Architektenkammer keine Auskunft geben. Nur so viel, es sei unerfreulich.

Dabei könnte es so schön sein: Bis zu 200 Personen könnten täglich ab 8.00 bis 21.00 Uhr den Ausblick auf die Kulturhauptstadt von der Donau aus genießen. Geplant war, dass die rund 58 Tonnen schwere Plattform ohne zusätzlichen Energieaufwand rein durch die Kraft des Wassers angetrieben wird. Die Planung nahm etwa zwei Jahre in Anspruch, die Bauzeit vier Monate. Die ursprünglichen Gesamtkosten wurden mit rund 300.000 Euro beziffert. (APA)

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    Keine Drehung in Sicht: "Linzer Auge"

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