Hochegger-Nachfolgeagentur "Q-COM" verliert Geschäftsführer

30. November 2009, 15:30
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Ein Manager warf schon das Handtuch, andere überlegen noch - Es spießt sich am Preis für Anteile der Hochegger-Brüder - Rasche Entscheidung gesucht, "Kunden wollen endlich Klarheit"

Der wegen der Buwog-Affäre zu "Q-COM" umbenannten Hochegger-Agenturgruppe könnten mehrere Geschäftsführer abhanden kommen - angeblich, weil die Haupteigentümer zu viel Geld für die Übernahme ihrer Anteile wollen oder weil sie sich überhaupt wehren, Anteile abzutreten, obwohl dies lange angekündigt war. "Die Frist dafür ist ungenutzt verstrichen. Für mich sind die Verhandlungen endgültig gescheitert. Daher lege ich meine Funktion mit heutigem Tag nieder", bestätigte einer der Geschäftsführer der drei operativen Töchter.

Ein weiterer Geschäftsführer einer Tochter der Q-COM Holding, sagt, eine Einigung mit der Familie Hochegger spieße sich vor allem am Geld: "Da sind immer neue Forderungen in 100.000er Blöcken aufgetaucht. Es ist eine Frage des Preises." Da er an dem von ihm geleiteten Unternehmen mitbeteiligt sei, versuche er die Firma zu retten. Eine Entscheidung, ob er bleibe oder nicht, müsse es jedenfalls noch vor Weihnachten geben, "unsere Kunden wollen endlich Klarheit". Die "große Lösung" mit dem angekündigten Hochegger-Rückzug wird es aus seiner Sicht aber "nicht geben".

"Unruhesituation"

Ein dritter Geschäftsführer aus der Gruppe glaubt dagegen noch fix an ein Ausscheiden des Brüder-Paares: "Die Hocheggers werden sich als Eigentümer auf jeden Fall zurückziehen." Offen sei, ob die Holding-Anteile jemand vom bestehenden Management oder jemand von außen übernimmt: "Auch von dritter Seite gibt es Interesse." Er hoffe, dass die offenen Fragen bis Anfang kommender Woche geklärt werden können. Ja, es gebe "eine Unruhesituation" - wie immer wieder in Umbruchphasen auf Eigentümerseite -, die wolle er nicht dementieren, aber auch nicht kommentieren.

An der Q-COM Holding GmbH halten den Großteil - rund 85 Prozent - die Hochegger-Brüder, davon 45 Prozent Peter und 40,2 Prozent Paul. Nach Bekanntwerden der Steuercausa im Zusammenhang mit Beratertätigkeit bei der Buwog-Privatisierung hatte Peter Hochegger die Abgabe der Firmenanteile angekündigt. Peter Hochegger habe sich operativ schon völlig zurückgezogen, seine Anteile werde er abgeben, wenn juristische Detailfragen geklärt seien, hieß es Ende Oktober bei der Bekanntgabe der neuen Marke "Q-COM". Sein Bruder Paul werde seine Anteile zunächst treuhändisch verwalten lassen, aber auch er plane den Rückzug. Neue Eigentümer sollten bis 1.1.2010 übernehmen.

Unter dem Holding-Dach sind drei Firmen operativ tätig, die Q-Com Communications Consulting GmbH (76,75 Prozent Holding-Anteil), die Financial Relations GmbH (59 Prozent) und die Q-COM CEE Holding GmbH. (95 Prozent). In der Holding halten außer den Hochegger-Brüdern 14,82 Prozent der Anteile zwei Geschäftsführer der Gruppe. (APA)

Nachlese
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