Schmied und Hahn erheben Reformbereitschaft von Lehramtsstudenten

30. November 2009, 12:38
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Online-Befragung zu Ausbildung und geplanten Neuerungen an Schulen - Soll in Arbeit der Expertengruppe zur neuen Lehrerausbildung einfließen

Wien - Eine große Befragung von Lehramtsstudierenden an Pädagogischen Hochschulen (PH) und Universitäten haben Unterrichts- und Wissenschaftsministerium gestartet. Rund 17.000 Studenten können in den kommenden Wochen in einer IFES-Onlinestudie ihre Meinung zur geplanten Reform von Lehrerausbildung und -dienstrecht abgeben. Die Ergebnisse sollen bis Jänner vorliegen und "mit die Grundlage für die Schaffung einer zeitgemäßen Ausbildung und eines modernen Berufsbildes" bilden, heißt es im Begleittext zum Fragebogen.

Die Angaben der Studierenden sollen in die weiteren inhaltlichen Arbeiten der von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) eingesetzten Expertengruppe zur Entwicklung einer neuen Lehrerausbildung einfließen. Deren Ergebnisse sollen noch vor Weihnachten präsentiert werden, in den sechs Monaten danach folgen laut Unterrichtsministerium Gespräche mit Stakeholdern wie Gewerkschaftsvertretern. Dabei soll die Befragung der Lehramtsstudierenden Diskussionsgrundlage sein und so "auch die Wünsche und Meinungen der Lehramtsstudierenden bei den Reformen des Bildungswesens berücksichtigt werden".

Auch Reformbereitschaft wird erhoben

Neben Studieninhalten und -bedingungen, der Einstellung zum Lehrberuf und dem Image von Lehrern wird auch die Reformbereitschaft der Studenten erhoben. Dabei werden de facto die Regierungsvorhaben bei der Schul- und Lehrerausbildungsreform abgefragt, etwa: "Wie sehr könnten Ihrer Ansicht nach die folgenden Reformen dazu beitragen, die Schule und den Unterricht zu verbessern?" Zur Bewertung (von "sehr gut" bis "gar nicht") stehen etwa die Personalhoheit der Direktoren, der Ausbau der ganztägigen Schulformen, Aufnahmeverfahren und gemeinsame Qualitätsstandards bei der Lehramtsausbildung oder Ausstiegsmöglichkeiten (Berufswechsel) für Lehrer. Erhoben wird auch die Zustimmung der Studenten zu einem "zeitgemäßen und einheitlichen Dienstrecht für alle Lehrer", zur Abschaffung der faktischen Unkündbarkeit oder der "Verschlankung der Schulverwaltung, also Abschaffung der Mehrgleisigkeiten (Bund, Land)".

Mehrere Fragen zielen direkt auf die geplante Anhebung der Unterrichtsverpflichtung, auch die Einführung eines leistungsbezogenen Besoldungsschemas, die flachere Einkommenskurve mit höherem Anfangsgehalt und Fortbildungspflicht sind Thema. Zuletzt wird noch abgefragt, wie reformfreudig die verschiedenen Gruppen im Schulbetrieb (Schüler, Eltern, Lehrer, Lehrergewerkschaft, Lehramtsstudenten bzw. deren Lehrerende) nach Meinung der Studenten sind. (APA)

 

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