Edeka ließ Mitarbeiter bespitzeln

30. November 2009, 10:53
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Deutschlands größter Einzelhändler will nun die Bespitzelungsvorwürfe bei Edeka-Simmel aufklären

Düsseldorf - Edeka nehme die Vorwürfe ernst, sagte eine Konzernsprecherin am Montag. Es werde ein unabhängiger Gutachter eingesetzt, der die Vorwürfe gegenüber dem Edeka-Unternehmen Peter Simmel prüfe. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte an, Anzeige zu erstatten. Das solle noch in diesem Jahr erfolgen, sagte Fachabteilungsleiter Hubert Thiermeyer vom bayerischen Ver.di-Landesbezirk.

Das Magazin "Focus" berichtete am Wochenende unter Berufung auf interne Geschäftspapiere, dass die Supermarktkette Edeka-Simmel, die 32 Filialen in Sachsen, Thüringen und Bayern betreibt, Beschäftigte seit Jahren durch Detekteien bespitzeln ließ. So habe es heimlich Hausvisiten bei krankgemeldeten Mitarbeitern gegeben. Detektive hätten zudem nach Schichtende Privatautos von Angestellten gefilzt. Wenn Mitarbeiter sich weigerten, den Wagen zu öffnen, sei mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen und der Polizei gedroht worden, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Detektiv weiter.

Simmel, der auch Edeka-Aufsichtsratschef ist, teilte am Sonntagabend mit, dass er die Widerlegung der erhobenen Vorwürfe aktiv und transparent angehen werde.

In den vergangenen Monaten häuften sich Vorwürfe gegenüber Praktiken von Unternehmen. So sammelte die Deutsche Bahn Krankendaten von Mitarbeitern, ebenso wie der Lebensmittel-Diskonter Lidl. Bei der Deutschen Telekom und der Deutschen Bank ermitteln die Staatsanwaltschaften wegen Bespitzelungsaktionen. (APA)

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