Spanische Kirche droht abtrünnigen ParlamentarierInnen

30. November 2009, 10:42
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Wer neuem Gesetz seine Stimme gebe, begehe eine Sünde und dürfe Kommunion nicht mehr empfangen

Madrid - Der Streit um die Abtreibung in Spanien geht weiter. Die katholische Kirche appellierte erneut an die katholischen Parlamentsabgeordneten, nicht für die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze zu stimmen, wie Kathpress am Samstag berichtete. Wer dem neuen Gesetz seine Stimme gebe, begehe öffentlich eine Sünde und könne folglich nicht mehr die Kommunion empfangen; diese Feststellung wiederholte der Sprecher der Spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martinez Camino, am Freitag. Anlass war die erste Billigung der Gesetzesreform durch das spanische Parlament.

Bewegung bei Minderjährigen-Regelung

Am Donnerstag hatte sich in erster Lesung eine knappe Mehrheit von 183 zu 162 Abgeordneten des Parlaments für den Reformtext ausgesprochen, der die bisherige Indikationslösung durch eine Fristenregelung ersetzen soll. Laut den Plänen der sozialistischen Regierung sollen Schwangerschaftsabbrüche künftig bis zur 14. Woche und in Ausnahmefällen bis zur 22. Woche straffrei sein. Besonders umkämpft ist der Vorschlag, dass Mädchen ab 16 Jahren ohne Einverständnis und Wissen ihrer Eltern eine Abtreibung vornehmen lassen dürften. Bibiana Aido, Spaniens Ministerin für die Gleichstellung der Frau, deutete mittlerweile an, sich bei der Regelung für Minderjährige verhandlungsbereit zu zeigen.

Die Bischofskonferenz erklärte, die Kirche sei gegen die "Kultur des Todes"; dies erwarte sie auch von den katholischen ParlamentarierInnn. Wer für das Gesetz stimme, könnte erst wieder zur Kommunion zugelassen werden, wenn er öffentlich Reue zeige und eingestehe, einen Fehler begangen zu haben. (APA)

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