Tausende Tote in Spitälern könnten noch leben

29. November 2009, 22:01
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Allein in den 27 schlechtesten Spitälern starben 5024 Patienten an eher ungefährlichen Krankheiten wie Asthma oder Blinddarmentzündung

London - Ein Dutzend britische Krankenhäuser erfüllt nicht einmal einfache Standards für die Sicherheit der Patienten, berichtet der Observer. Die Folge: Im vergangenen Jahr sollen tausende Kranke verstorben sein, die sonst überleben hätten können.

Zwölf Spitäler besonders gefährlich

Eine Partnerorganisation des National Health Service (NHS), des staatlichen Gesundheitssystems, hat die Daten aus jedem Krankenhaus der Insel analysiert und zwölf als besonders gefährlich identifiziert. Darüber hinaus zeigte sich, dass in den schlechtesten 27 Spitälern 5024 Patienten, die mit als eher ungefährlich eingestuften Krankheiten wie Asthma oder Blinddarmentzündung ins Krankenhaus kamen, dieses nicht lebend verlassen haben - 848 davon waren unter 65 Jahre alt.

Über 200 Mal blieben Fremdkörper im Patienten

Doch auch viele, die überlebten, mussten mit Komplikationen kämpfen. In mindestens 209 Fällen blieben nach Operationen Fremdkörper in den Patienten zurück. Auch 82 Fälle, in denen am falschen Körperteil operiert worden ist, wurden registriert.

Wirtschaftlicher Druck

Für John Black, den Präsidenten der Chirurgenvereinigung "Royal College of Surgeons" ist der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser an diesen Ergebnissen schuld, sagte er dem Observer. "Zu viele Spitäler sind zu sehr damit beschäftigt, auf Kosten der klinischen Standards die finanziellen Vorgaben des NHS zu erfüllen."

Einige der Krankenhäuser haben die Vorwürfe aber strikt von sich gewiesen. Sie argumentieren, bei einer im vergangenen Monat veröffentlichten anderen Studie des staatlichen Regulators für die Gesundheitsdienste hervorragend abgeschnitten zu haben. Das mag sein, kontern die Verfasser der aktuellen Untersuchung - in ihrer Arbeit gehe es aber ausschließlich um die Sicherheit der Patienten. (moe, DER STANDARD Printausgabe 30.11.2009)

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