Flüchtiger Schwerverbrecher von Aachen entkam wieder

30. November 2009, 07:01
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Ein Gefängnis-Bediensteter soll die Gefangenen herausgeschleust und mit schussbereiten Dienstwaffen und Munition ausgestattet haben

Mülheim-Ruhr - Der aus der Justizvollzugsanstalt Aachen geflüchtete deutsche Schwerverbrecher Peter Paul M. ist der Polizei Montag früh knapp entkommen. Nach Angaben der Behörden wurde der 46-Jährige in Mülheim an der Ruhr gesichtet. Die Polizei verlor aber den Verbrecher in einem Hochhaus aus den Augen.

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Köln - Ein Spezialkommando der deutschen Polizei hat einen der geflüchteten Gewaltverbrecher aus Aachen überwältigt - sein Komplize war weiter auf der Flucht. Der 50-jährige Michael H. wurde in einem Haus in seinem Geburtsort Mülheim an der Ruhr festgenommen - drei Tage, nachdem er mit dem 46 Jahre alten Mörder Peter Paul M. aus dem Gefängnis ausgebrochen war.

Ehepaar in ihre Gewalt gebracht

Nach ihrer Flucht am Donnerstagabend hatte das Duo am Samstag ein Ehepaar in Essen in ihre Gewalt gebracht und deren schwarzen BMW als Fluchtwagen verwendet. Ihre Geiseln ließen sie Samstagabend frei, Sonntagvormittag erkannten Passanten den Wagen, das Einsatzkommando griff rund eine Stunde später zu.

Der zweite Verbrecher überwältigte nach Informationen der Bild kurz darauf eine Frau in deren Wohnung, verschwand aber wieder, nachdem der Ehemann nach Hause kam.

Spur zum Bahnhof

M. wechselte in der Wohnung die Kleidung, Spürhunde verfolgten seine Spur bis zum Mülheimer Hauptbahnhof. Die Vermutung der Polizei war bei Redaktionsschluss, dass sich der verurteilte Mörder nach Düsseldorf absetzen wollte, wo Bahnhof und Flughafen gesperrt wurden. M. ist bewaffnet und gilt als extrem gefährlich - er ist zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt -, er kommt also auch nach Verbüßung der Freiheitsstrafe nicht aus dem Gefängnis.

Hilfe von Gefängnis-Bediensteten

Bei ihrem Ausbruch hatten die beiden fünf schwere, verschlossene Türen der Haftanstalt mit einem Schlüssel geöffnet. Dabei hatten sie anscheinend Hilfe: Ein 40-jähriger Bediensteter der Justizvollzugsanstalt Aachen soll die Gefangenen "vorsätzlich aus der JVA herausgeschleust und mit schussbereiten Dienstwaffen nebst Munition ausgestattet haben", wie das Düsseldorfer Justizministerium mitteilte. Der Mann, der seit einem Jahr dort arbeitete, wurde am Freitag festgenommen. (dpa, red, DER STANDARD Printausgabe 30.11.2009)

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